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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Erfolgreiche Spurensuche in der Ukraine
Zwischenüberschrift:
Mitarbeiter der Gedenkstätte Augustaschacht und Ursulaschüler machten weitere Zeitzeugen ausfindig
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Hasbergen. Weitere Mosaiksteine sind zusammengekommen: Bei einem Besuch auf der Krim haben Schüler der Ursulaschule und Mitarbeiter der Gedenkstätte Augustaschacht in Hasbergen weitere Zeitzeugen ausfindig gemacht, die während des Krieges in der Region als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Darunter ein Mann, der wegen Radiohörens denunziert und als Strafe in das Zwangsarbeiterlager eingewiesen worden war.
In der letzten Augustwoche soll der Gegenbesuch von den am Projekt beteiligten Schülern des Gymnasiums Nr. 9 in Simferopol und von Zeitzeugen erfolgen. Noch ist unklar, ob die Gesundheit des heute 82-jährigen ehemaligen Häftlings die Reise zulassen wird. Michael Gander, Geschäftsführer der Gedenkstätte, und Lehrerin Mechthild Brebaum-Ersen hoffen darauf, denn vor Ort könnte der Zeitzeuge weitere Details zum Gesamtbild beisteuern.
So erinnerte sich der Mann auch an den berüchtigten Aufseher " Alex" und konnte einen möglicherweise wichtigen Hinweis auf dessen Herkunft geben. Auch wusste der Zeitzeuge von sadistischen Strafen zu berichten. So war ein Häftling beim Schmuggeln von Lebensmitteln erwischt worden und erhielt an sechs aufeinanderfolgenden Tagen jeweils 25 Schläge mit einer Drahtpeitsche.
Der Zeitzeuge selbst war mit 14 Jahren nach Deutschland verschleppt worden und musste auf verschiedenen Bauernhöfen arbeiten. In das Zwangsarbeiterlager wurde er gebracht, weil er heimlich Radio gehört hatte. Er vermutet, dass der Bauer selbst einüberzeugter Nationalsozialist ihn an die Gestapo verraten hatte.
Der Aufenthalt ermöglichte den Besuchern auch einen Einblick in das Leben in der Ukraine, die von der Wirtschaftskrise stark gebeutelt ist. Gleichwohl: Den Besuchern fiel die ungeheure Gastfreundschaft der Menschen auf, berichtet etwa Farina Maletz.
Ein wesentlicher Bestandteil des Aufenthalts waren aber die Gespräche mit Zeitzeugen. Die Spurensuche trägt nicht nur zum Gesamtbild von Zwangsarbeit und dem Augustaschacht bei. Sie ermöglicht den Betroffenen auch, über ihr Schicksal zu berichten. Es ist ein Thema, das lange Zeit in der Ukraine totgeschwiegen worden war oder den Betroffenen den Ruf eines Verräters eingebracht hatte.
Drei weitere Zeitzeugen erwarten die Initiatoren im August, darunter eine Frau, die in der Munitionsfabrik Teutometallwerke in Osnabrück eingesetzt wurde. Einige Einblicke konnten die Schüler schon mitnehmen: So musste die Zwangsarbeiterin täglich zu Fuß den zweistündigen Weg zwischen Lager und Arbeitsplatz zurücklegen. Bei Bombenangriffen wurde es den Betroffenen nicht gestattet, Bunker aufzusuchen.

Bildtext: Bilanz des Krim-Besuchs zogen (von links): Mechthild Brebaum-Ersen, Petronella Rölker, Farina Maletz, Rabea Rauschen, Johanna Surbaum, Julia Protas und Gedenkstättenverein-Geschäftsführer Dr. Michael Gander. Foto: Egmont Seiler
Autor:
hmd


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