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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Weg zum Spielplatz soll der Sicherheit der Synagoge weichen
Zwischenüberschrift:
Anlieger der Siedlung an der Barlage mit den Plänen nicht einverstanden – Ratspolitiker wollen noch einmal beraten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Stimmung in der Siedlung an der Barlage ist aufgeladen: Wenn demnächst die Synagoge der jüdischen Gemeinde erweitert wird, soll der Gehweg zwischen In der Barlage und Ernst-Sievers-Straße geschlossen werden. Dazu hatte die Polizei aus Sicherheitsgründen geraten. Doch die Anlieger sind nicht einverstanden. Sie wollen, dass der Fußweg erhalten bleibt. Bei einem Ortstermin diskutierten jetzt rund 60 Bürger mit Vertretern der jüdischen Gemeinde und der Ratsparteien.
Die Wohnsiedlung zwischen In der Barlage und der Schemmannstraße präsentiert sich dem Besucher als Idylle: Verkehrsberuhigte Straßen, saubere Vorgärten und ein begrünter Spielplatz Seite an Seite mit der Synagoge. Doch als das jüdische Gebetshaus vor rund 40 Jahren errichtet wurde, gab es einen Anschlag. Sicherheitsbedenken sind nun auch der Grund, warum der Gehweg für immer geschlossen werden soll.
Als die Pläne für die Erweiterung der Synagoge erarbeitet wurden, nahm auch das Landeskriminalamt (LKA) aus sicherheitstechnischer Sicht Stellung. " Das LKA fordert die Schließung dieses Weges", sagte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Michael Grünberg. Immer wieder seien Synagogen in Deutschland Ziel von Attentätern. Und Osnabrück sei keine " Insel der Glückseligkeit". Eine Alternative wäre eine drei Meter hohe Mauer. " Das will doch auch keiner", ist sich Grünberg sicher.
So waren sich auch die Fraktionen im Rat der Stadt schnell einig. Die Schließung schien bereits beschlossene Sache zu sein, als die Anwohner Einspruch erhoben. Ihr Argument: Viele Bewohner der Siedlung nutzten den Weg seit vielen Jahren, um zur Bushaltestelle an der Rheiner Landstraße oder zum Spielplatz zu kommen. " Soll der Verkehr noch stärker werden, weil wir unsere Kinder nur noch mit dem Auto zur Schule bringen können?", fragte eine Anwohnerin. Eine ältere Frau beklagte sich, dass ihr als Alternative nur der von Autos befahrene und damit gefährlichere Weg über den Lindemannskamp bliebe.
Mit der Schließung des Weges entstehe eine " tote Ecke", die Neonazis und Antisemiten erst recht Deckung böte, aus der sie Anschläge begehen könnten, sagte ein Sprecher der Anwohner. Er appellierte an die Entscheidungsträger, darüber nachzudenken, ob nicht die soziale Absicherung durch das wachsame Auge von Nachbarn für die Synagoge der wirksamere Schutz sei.
Das sieht die Polizei anders: Den Weg zu schließen sei " aus sicherheitstechnischen Gründen der optimale Weg", sagte Martin Schmitz von der Osnabrücker Polizei, der mit einem LKA-Experten eine Ortsbegehung gemacht hatte. " Allerdings können wir nur Stellungnahmen abgeben. Die Umsetzung ist Sache des Bauamtes und des Bauherrn."
Die Vertreter der Ratsfraktionen boten den Anwohnern an, noch einmal über den Vorgang zu beraten. Allerdings zählten bei der Entscheidung nur sachliche Argumente, und da spiele die Sicherheit der Synagoge nun einmal eine große Rolle. Der Rat wird in seiner heutigen Sitzung voraussichtlich beschließen, den Bebauungsplan in Kürze öffentlich auszulegen. Anwohner können sich dann konstruktiv zu den Planungen äußern. Sinnvolle Alternativen würden geprüft. Über den Fußweg soll auch beim Bürgerforum Weststadt/ Westerberg gesprochen werden. Die Sitzung beginnt morgen um 19.30 Uhr in der Fachhochschule an der Albrechtstraße.

Bildtext: Die Planungen für die Erweiterung der Synagoge stellte Gemeindechef Michael Grünberg den Bewohnern der Siedlung an der Barlage vor. Foto: Michael Hehmann
Autor:
lo


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