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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Tod im Zuchthaus
Zwischenüberschrift:
Das NS-Regime verurteilte Max Kowalski wegen "Vorbereitung zum Hochverrat"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Matthias Kowalski legt eine Rose auf den Stolperstein für seinen Urgroßvater. Das Andenken aus Messing erinnert im Bürgersteig am Bruchdamm 15 a an den Gegner des NS-Regimes. Dort lebte er bis zu seiner letzten Verhaftung. Max Kowalski war Kommunist. Er wurde 1944 im Zuchthaus Bremen-Oslebshausen ermordet.
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 bedeutete für die KPD das Aus. Und deren Mitglieder waren in Gefahr. Professor Dr. Martin Bennhold, Pate dieses Stolpersteins, würdigt Max Kowalski als Repräsentanten des Widerstands. Zu Beginn der 1930er-Jahre gehörte er zur Ortsleitung seiner Partei in Osnabrück und war für die Landpropaganda zuständig. Er galt als draufgängerisch, mutig und konsequent.
Seine Partei war zwar verboten, doch Max Kowalski ließ sich in seinem Engagement nicht beirren. Er ging in den Widerstand, war an der Herausgabe der " Roten Fahne" beteiligt und organisierte mit seiner Frau Enne die Kommunikation innerhalb des geheimen Netzes.
Mindestens zweimal 1934 und 1936 wurde Max Kowalski verhaftet. Als Gründe gaben die Nationalsozialisten zunächst Eigentumsdelikte vor. Schließlich fanden Gestapo-Mitarbeiter bei ihm eine Schreibmaschine und Unterlagen, die ihn mit der verbotenen Druckschrift " Rote Fahne" in Verbindung brachten. Die Nationalsozialisten warfen ihm außerdem verbotene Kontakte vor. Max Kowalski musste sich vor dem Oberlandesgericht Hamm verantworten.
" Vorbereitung zum Hochverrat" so lautete die Anklage. Max Kowalski wurde zu zehn Jahren Zuchthaus in Bremen-Oslebshausen verurteilt. Dort starb er im Dezember 1944 unter ungeklärten Umständen. Er war 45 Jahre alt.
Nur wenige Monate später war die Zeit des Nationalsozialismus vorbei. Martin Bennhold erinnert an das kurz bevorstehende Ende einer düsteren Zeit: " Es ist kein Jahr vergangen nach dem Tod von Max Kowalski, und das internationale Recht hat den besonderen Charakter des Völkermords und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufgenommen und damit den Nationalsozialismus in neuer Form geächtet."
Max Kowalskis Kinder sind 1956 nach Magdeburg gezogen. Sein Enkel Detlef und dessen Sohn Matthias leben dort. Sie sind nach Osnabrück gereist, um bei der Verlegung des Stolpersteins für ihren Ahnen dabei zu sein. " So bleibt er hier in Erinnerung ihn zu vergessen, wäre schade", sagt Detlef Kowalski. Und er berichtet, wie sein Großvater in der Familie beschrieben wird: " Er war ein forscher Mensch und ein guter Redner."

Bildtext: Hier lebte Max Kowalski mit seiner Familie. Am Bruchdamm 15a erinnert jetzt ein Stolperstein an den Gegner des NS-Regimes. Foto: Thorsten Wöhrmann
Autor:
Jann Weber


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