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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Insektenfrikadellen für den Nachwuchs
Zwischenüberschrift:
Der Mauersegler gehört zur Großstadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Neun Monate war es still über Osnabrück, seit Mai ist das Leben in den hohen Luftraum zurückgekehrt. Jetzt können wir die Mauersegler vom frühen Morgen bis in den späten Abend als schwarze Pfeile hoch über unseren Köpfen dahinsausen sehen.
Der Mauersegler gehört zur Großstadt, und uns würde etwas fehlen, wenn die Scharen der dunklen Segler an lauen Sommerabenden nicht mit lautem " sriee-sriee-sriee" durch die Häuserschluchten brausen würden. In der Sommerzeit ist der Mauersegler neben Amsel, Ringeltaube, Stockente und Dohle ein auffallender Großstadtvogel und trotzdem wird er von den meisten Menschen mit der Schwalbe verwechselt. Bei flüchtiger Betrachtung sieht er einer Schwalbe auch sehr ähnlich.
Nach der Heimreise in die Brutgebiete bleibt für den schwarzen Luftikus nicht viel Zeit, um sich auszuruhen, denn das anstrengende Brutgeschäft muss in nur drei Monaten bewältigt werden. Bereits Mitte Mai legen die Weibchen zwei bis drei Eier in ein Nest, das sich in einer Höhle befindet und nur aus wenigen Halmen, Blättern, Federn, Samen, Haaren und sonstigen leichten Schwebeteilchen besteht, die im Luftraum gesammelt werden.
Aus der Luft fischen die Mauersegler mit weit geöffnetem Schnabel alle möglichen kleinen Insekten wie Fliegen und Käfer, daneben Spinnen und Kleinschmetterlinge, die sie während der Jungenaufzucht im Schlund mit Speichel zu einer " Insektenfrikadelle" verbacken, um sie an die ewig hungrige Brut zu verfüttern.
Leider gehen immer mehr Lebensräume für den Mauersegler in der Großstadt verloren, da seine Nistmöglichkeiten an Häusern verschlossen werden. Der Mauersegler benötigt als Brutplatz hohe Altbauten mit Ritzen und Spalten, schadhaften Dächern und Löchern in den Fassaden. Die findet er in Osnabrück in den Stadtteilen mit der typischen Blockrandbebauung, die vom Bombenhagel des Krieges weitgehend verschont geblieben sind: im Katharinenviertel und der Gartlage, in der Südstadt, der vorderen Wüste, der Weststadt, dem Westerberg und Schinkel.
Die Hauptausfallstraßen mit ihren langen zusammenhängenden, mehrgeschossigen Häuserfronten weisen die höchsten Mauerseglerbestände auf. Auch der Hafen besitzt wegen einiger Speicher an der Elbestraße einen guten Bestand.
Der praktische Vogelschutz lässt sich für Mauersegler relativ einfach durchführen, das heißt Schutz vorhandener Brutnischen und Anbringen von Nistkästen, wie es z.B. am Stadthaus geschehen ist. Anfang August verschwinden sie, wie sie kamen, ganz plötzlich, wie es ihre Art ist.

Bildtext:

Ein Kreischen aus großen Höhen verrät den Mauersegler. Sein Lebensraum sind alte Häuserviertel.

Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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