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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Sonne anzapfen und Dünger erproben
Zwischenüberschrift:
Auch an den Berufsschulen wird geforscht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Sie kennen die Anspielungen zum Begriff " Unterfußdünger" und klären geduldig auf: Nein, sie schütten ihn nicht in ihre Strümpfe, um noch etwas zu wachsen. Vielmehr stecken sie ihn in den Boden, und zwar unter den Wurzelfuß der Maispflanze.
Die Fachoberschüler Fabian Mandrella und Mathias Aumann untersuchten, welcher Dünger in welchem Boden den Mais am besten gedeihen lässt. Beim Regionalentscheid " Jugend forscht" in Lingen belegten sie damit den 1. Platz im Fachgebiet Chemie.
Fabian ist gelernter Landwirt, Matthias gelernter Garten- und Landschaftsbauer. Nun streben sie das Fachabitur an, um anschließend an der Fachhochschule in ihrem Fachgebiet zu studieren. Wenn man wie sie in ihrem Werdegang auch schon praktisch mit der Scholle zu tun hatte, ist der Zugang zu Bodenqualitäten, Saatgut und Dünger leicht. Feldbegehungen und Versuchsanbauten sind für Fabian und Matthias willkommene Abwechslung zum Theorie-Pensum.
Bei einem Feldbegang auf Einladung eines Saatmaislieferanten stellten sie überrascht fest, wie stark die Wachstumsergebnisse bei unterschiedlicher Düngung auf ein und demselben Boden abweichen. Gemeinhin gilt Mais als eine robuste und massenwüchsige Pflanze. Fabian und Matthias erfuhren, dass man gleichwohl bei der Düngung viel falsch machen kann, dass die junge Maispflanze geradezu wie eine Mimose auf Nährstoffmangel reagiert. Weiterhin sei zu beachten, dass nicht nur die aktuelle Ernte ertragreich ist, sondern dass der Humusgehalt des Bodens nicht absinkt, damit auch in späteren Jahren die Folgefrucht gut steht.
In ihren Versuchen, teils auf einem Feld bei Ostercappeln, teils unter Laborbedingungen in Pflanzkübeln auf dem Schulgelände, wiesen sie nach, dass ein erhöhter Kalkwert der Düngemittel die gleichzeitig eingebrachten Nitrate mineralisiert und damit Humus abgebaut wird. Die Frage war, ob durch Zufuhr organischer Substanzen der Humusverlust ausgeglichen werden kann. Und weiter, ob durch gekörnten Kalk der sehr viel teurere Unterfußdünger ersetzt werden kann. Wie oft in der Forschung waren die Antworten nicht eindeutig, weitere Untersuchungen wären nötig. Studienrat Friedrich Held, der die jungen Forscher betreut, war gleichwohl begeistert von der Hartnäckigkeit, mit der sich Fabian und Matthias " an dem Mais festgebissen haben", und vom wissenschaftlichen Instrumentarium, das sie sich, für ihre Zwecke angepasst, zu eigen gemacht hätten: " Der erste Preis im Regionalwettbewerb war eine verdiente Würdigung ihrer Arbeit."
Ein weiteres Team der Berufsbildenden Schulen Haste nahm am Regionalentscheid teil. Zwar belegten sie im Fachgebiet Technik " nur" den dritten Platz, erhielten aber den Sonderpreis der Handwerkskammer für eine besonders gelungene handwerkliche Ausführung des Versuchsobjekts. Begleitet von Studienrat Friedrich Held und Fachpraxislehrer Hendrik Leewe, planten und bauten Denise Dannemann und Sonja Grunwald einen Parabolspiegel mit 360 Zentimeter Durchmesser, der seine Praxistauglichkeit bewiesen hat. Im Brennpunkt wurde eine Temperatur von 205 Grad Celsius erreicht. Über geeignete Wärmetauscher und Gebläse, die nicht Bestandteil des Projekts waren, könnte zum Beispiel Getreidekorn damit getrocknet werden.

Bildtext: Zu groß für den Klassenraum: Denise Dannemann (links) und Sonja Grunwald zeigen einige der zwölf Spiegelfolien-Segmente des derzeit demontierten Parabolspiegels. Fotos: Joachim Dierks

Strahlende Erstplatzierte: Mathias Aumann, Fabian Mandrella und Studienrat Friedrich Held (von links).
Autor:
jod


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