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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ganz unbescheiden: Vorbilder Stonehenge und Pyramiden
Zwischenüberschrift:
Straße der Megalithkultur eröffnet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ankum. Von Oldenburg nach Osnabrück sind es laut Routenplaner 107, 4 Kilometer. Rauf auf die Autobahn 28, über die A 29 auf die A 1 und Gas geben. Die Prognose: Nach einer Stunde 17 Minuten ist das Ziel erreicht. Doch zwischen Oldenburg und Osnabrück lässt sich viel mehr erleben als sechsspurige Glückseligkeit. Seit gestern verbindet die Großstädte auch die Straße der Megalithkultur.
Alle, die etwas mehr Zeit haben und Interesse an Geschichte, sollten sich einen Abstecher gönnen. Denn das, worum es hier geht, steht nicht an Hauptverkehrsachsen, sondern im Grünen: die Großsteingräber von vor 5000 Jahren.
Wer alle 33 Stationen der Straße abfahren will, der braucht deshalb auch nicht nur 107, 4 Kilometer, sondern 330. Über Ganderkesee, Wildeshausen und Cloppenburg geht es zunächst ins Emsland, zum westlichsten Punkt der Straße nach Meppen. Von dort aus flankieren Gräber in Thuine, Ankum-Westerholte, Ueffeln, Wallenhorst und Schwagstorf die Route bis zu ihrem Endpunkt in Osnabrück. Wer sich an die Hinweisschilder und Karte hält, hat keinen einzigen Kilometer Autobahn zurückgelegt, weiß dafür aber sicher einiges mehr über die Entstehung der europäischen Kultur.
Denn die steinernen Formationen stehen nicht nur im Weser-Ems-Gebiet, sie sind über den gesamten Nordwesten Europas verteilt. Berühmte Stätten wie Stonehenge in England oder die Steinreihen von Carnac in Frankreich bilden die gemeinsamen Wurzeln der Nationen ab. Doch kaum irgendwo sonst finden sich so viele Gräber auf so kurzer Distanz wie in unserer Region.
Deswegen sei es höchste Zeit geworden, dass dieser kulturelle Schatz nun auch endlich touristisch gehoben werde, sagte Reinhard Winter, Erster Kreisrat des Emslandes, bei der offiziellen Eröffnung der Straße am Golfplatz in Ankum-Westerholte. In den Niederlanden habe man das Potenzial bereits viel früher erkannt und die dortigen Gräber erfolgreich vermarktet. Nicht zuletzt deshalb verspricht sich Winter auch Einnahmen von den Nachbarn, auf dass sich die investierten 150 000 Euro rechnen, die zu einem Großteil von der Niedersächsischen Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften getragen werden.
Unter anderem ist das Geld in einen bebilderten Führer geflossen, der die Entstehungsgeschichte der Gräber erklärt, die Route skizziert und die genauen Standorte ihrer Sehenswürdigkeiten.
Auch Reinhold Kassing, Vorsitzender des Tourismusverbandes Osnabrücker Land (TOL), gewinnt der erklärten Autoferienstraße nur Positives ab. Sie sei ein gutes Beispiel für erfolgreiche Netzwerkarbeit. Mit im Boot der Arbeitsgemeinschaft sitzen unter anderen die Emsland Touristik, das Museum am Schölerberg Osnabrück, das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege sowie die Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück.
Für Letztere war Bodo Zehm vor Ort, der der Eröffnungsrunde bei einem nahe gelegenen Großsteingrab die geschichtliche Bedeutung erklärte. Noch bleibt die touristische hinter der der viel jüngeren Pyramiden zurück. Zehm: " Daran arbeiten wir."
Das Buch zur Straße mit dem Titel " Steinzeitzeugen" von Annette Bußmann ist im Isensee Verlag erschienen und kostet 8, 90 Euro.
Autor:
Hauke Petersen


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