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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Keiner lebt gern an der Hauptstraße
Zwischenüberschrift:
Studie offenbart, wo in Osnabrück die meisten Wohnungen leer stehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. 4, 4 Prozent aller Wohnungen im Osnabrücker Stadtgebiet stehen leer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Berliner Markt-, Wirtschafts- und Regionalforschungsinstitut Bulwien-Gesa AG im Auftrag der Stadtverwaltung erstellt hat.
Demnach gibt es in Osnabrück in 27 594 Gebäuden insgesamt 84 906 Wohneinheiten. In 2744 Häusern sind der Studie zufolge ein oder mehrere Leerstände zu finden. Insgesamt sind 3715 Wohnungen ungenutzt.
Die Ergebnisse der Leerstandsanalyse wurden jetzt von Patricia Mersinger, Referatsleiterin für Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung, im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt öffentlich vorgestellt. Die Analyse stützt sich auf eine Datenerhebung aus dem Mai des vergangenen Jahres und berücksichtigt insofern den Abzug der Briten nur zum Teil.
Die Untersuchung basiert auf Daten der Stadtwerke. Die zugrunde liegende Logik: Jede Wohneinheit, gleich ob es sich dabei um ein kleines Ein-Zimmer-Appartement oder ein großes Einfamilienhaus handelt, verfügt über einen Stromzähler. Ist dieser von der Versorgung abgemeldet, kann davon ausgegangen werden, dass die zugehörige Wohnung derzeit nicht genutzt wird. Da die Stadtwerke nach eigenen Angaben nach wie vor rund 95 Prozent des Strommarktes in der Friedensstadt abdecken, könnten die auf diese Weise gewonnenen Daten als besonders aussagekräftig angesehen werden, sagte Mersinger.
Im Stadtteilvergleich gibt es mit 6, 6 Prozent die höchste Leerstandsquote im Bereich der Innenstadt. Hier zeige sich klar der Einfluss von viel befahrenen Hauptstraßen und der Bahnstrecke. Ähnliches gelte für den Stadtteil Hafen (5, 9 Prozent) mit Natruper Straße, Bramscher Straße und Piesberger Straße. Verkehrslärm, in diesem Fall von der Autobahn, ist nach Ansicht der Forscher auch verantwortlich für den hohen Leerstand in Nahne (5, 6 Prozent).
Grundsätzlich seien die Leerstandsquoten in Stadtteilen die durch Einfamilienhäuser geprägt werden, niedriger als in den urbanen Gebieten. So weist das außerhalb des Stadtkerns gelegene Sutthausen mit 2, 8 Prozent den niedrigsten Wohnungsleerstand auf, gefolgt von Wüste (3, 1 Prozent) und Schinkel-Ost (3, 2 Prozent).
Eine Überraschung für viele Osnabrücker stellt möglicherweise das Ergebnis für den Westerberg dar, der mit einer Leerstandsquote von 5, 2 Prozent im unteren Drittel rangiert und das obwohl dieser Stadtteil gemeinhin als ganz besonders begehrte Wohnlage gilt. Einer der Gründe ist nach Mersingers Angaben ein Renovierungsrückstau bei vielen Häusern, der auf potenzielle Neubewohner abschreckend wirkt gerade angesichts vergleichsweise hoher Miet- beziehungsweise Kaufpreisforderungen.
Selbst errechnete Vergleichsergebnisse aus anderen Städten hat die Bulwien-Gesa AG nicht mitgeliefert. Allerdings setzten die Regionalforscher den von ihnen ermittelten Wert unter anderem in Beziehung zum sogenannten " Mikrozensus" des Statistischen Bundesamtes. Dieser geht für Osnabrück von einer Leerstandsquote von 4, 3 Prozent aus und kommt somit zu einem fast identischen Ergebnis wie Bulwien-Gesa. Im Vergleich zu einem Leerstand von 2, 4 Prozent in München, 6, 5 Prozent in Oldenburg, 9, 7 Prozent in Berlin und einem Wert von 8 Prozent für das gesamte Bundesgebiet gibt es in Osnabrück laut Mikrozensus einen relativ niedrigen Leerstand.
Allerdings erfuhren die Ausschussmitglieder auch, dass ein niedriger Prozentsatz unbewohnter Wohnungen nicht automatisch positiv zu bewerten ist. Der geringe Leerstand in München beispielsweise führt zwischen Schwabing und Pasing zu horrenden Mietpreisen.
Außerdem könne nicht davon ausgegangen werden, dass jede der leeren 3715 Wohnungen in Osnabrück auch tatsächlich für potenzielle Mieter oder Käufer zur Verfügung stehe, betonte Mersinger. Es gebe beispielsweise viele ältere Menschen, die eine Einliegerwohnung in ihrem Haus bewusst leer stehen ließen. Andere Wohnungen seien stark sanierungsbedürftig oder Objekte langwieriger Erbstreitigkeiten. Darüber hinaus müsse berücksichtigt werden, dass die Quadratmeterzahl pro Person im Bundesschnitt weiter steige und es immer mehr Single-Haushalte gebe.
" Osnabrück hat durchaus noch Bedarf an weiteren Wohnungen und Häusern", lautete deshalb das Fazit von Mersinger, " eine Stadt benötigt immer eine bestimmte Reserve." Ansonsten funktioniere der Wohnungsmarkt nicht mehr richtig.

Bildtext: Mit der Lupe suchen muss man freie Wohnungen in Osnabrück zwar nicht. Aber die Leerstandsquote ist im deutschlandweiten Vergleich relativ gering. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Arne Köhler


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