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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kein erhöhtes Krebs-Risiko in Eversburg
Zwischenüberschrift:
Auswertung: Sogar weniger Fälle
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Gesundheitsdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück sieht keine erhöhte Krebshäufigkeit im Umfeld der Eisengießerei Borgelt. Amtsarzt Dr. Gerhard Bojara wird die Ergebnisse seiner Untersuchungen am Dienstag, 12. Mai, in eineröffentlichen Informationsveranstaltung vortragen um 18 Uhr in der Aula desSchulzentrums Eversburg.
Die Krebsrate im Wohngebiet um die Eisengießerei sei niedriger als im Bevölkerungsdurchschnitt, so lautet der überraschende Befund des Gesundheitsdienstes. 68 Meldungen zu aufgetretenen Krebserkrankungen wurden nach Auskunft der Pressestelle des Landkreises in der Umgebung der Eisengießerei zusammengetragen. Dabei habe sich die Mehrzahl der Angaben auf den unmittelbaren 500-Meter-Radius um den Betrieb konzentriert.
Die Erkrankungen traten zwischen 1963 und 2009 auf. Nach Berechnungen des Landesgesundheitsamtes beträgt die unter normalen Umständen zu erwartende Zahl von erstmalig diagnostizierten Krebserkrankungen für dieses Gebiet allein für 2008 rund 20 Fälle. Dem Gesundheitsdienst wurden hingegen zehn Fälle mitgeteilt offensichtlich mehr als in den Vorjahren, wie Amtsarzt Dr. Bojara vermerkt, aber die Zahl liege deutlich unter dem Erwartungswert.
Auf Basis der vorliegenden Daten liege somit kein Hinweis vor, dass es zu einer außergewöhnlichen Häufung von Krebserkrankungen gekommen sei, heißt es in einer Pressemitteilung von Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff.
Bei der Berechnung des Erwartungswertes verglich der Gesundheitsdienst die Bevölkerungsstruktur des Wohngebiets mit Referenzzahlen des Epidemiologischen Krebsregisters, aus dem die durchschnittlichen niedersächsischen Krebserkrankungsraten hervorgehen.
Im Zusammenhang mit der Diskussion um gesundheitsgefährdende Emissionen der Eisengießerei Borgelt war Anfang des Jahres der Verdacht aufgekommen, dass es im näheren Umfeld des Betriebes zu ungewöhnlich vielen Krebserkrankungen gekommen sei. Eine Anwohnerin hatte 24 Fälle zusammengetragen. Um diesem Verdacht nachzugehen, dokumentierte der Gesundheitsdienst mit Unterstützung des Runden Tisches Eversburg in einer Fragebogenaktion Krebserkrankungen im betroffenen Wohngebiet.
Krebserkrankungen seien deutschlandweit die zweithäufigste Todesursache, heißt es in der Pressemitteilung des Landkreises. Jeder vierte Bürger sterbe daran. Bei 1000 Einwohnern würden jährlich etwa fünf neu aufgetretene Erkrankungen diagnostiziert. Das Risiko sei auf jeden Fall von der individuellen Lebensweise abhängig, etwa durch den Einfluss von Nikotin oder ungesunder Ernährung.
Die Untersuchungen des Gesundheitsdienstes seien kein Ersatz für die Bewertung der Emissionen im Hinblick auf eine mögliche Nachbarschaftsgefährdung durch das Gewerbeaufsichtsamt, heißt es weiter in der Pressemitteilung des Landkreises. Unabhängig von einem Nachweis, dass es zu einer Häufung von Erkrankungen komme, müssten bei Überschreitungen der geltenden Grenzwerte für die emittierten Stoffe geeignete Schritte zum Gesundheitsschutz eingeleitet werden.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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