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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das große Kribbeln in der Nase
Zwischenüberschrift:
Viele Pflanzen blühen jetzt gleichzeitig – Allergologen haben alle Hände voll zu tun
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Gärten und die Allergologen in Osnabrück haben derzeit eins gemeinsam: Bei beiden herrscht Hochbetrieb. Durch das warme Frühlingswetter, das plötzlich nach vielen kalten Wochen eingesetzt hat, blühen viele Blumen und Sträucher jetzt gleichzeitig. Für einen Großteil der Allergiker bedeutet das: geschwollene Augen, laufende Nasen und Atemnot.
Flieder, Bergkirsche, Apfelbäume, Haseln, Raps, Stauden- und Zwiebelblumen stehen gleichzeitig in der Blüte und schicken ihre Pollen durch die Luft. Patienten, die von asthmatischen Beschwerden und Niesattacken gequält werden und durch ihre Allergien deutlich eingeschränkt sind, suchen gerade in diesen Tagen seine Praxis auf, erzählt der Allergologe Dr. Thomas Breitsprecher. " Viele brauchen eine Akutspritze, um über die Runden zu kommen." Mit dem sonnigen und warmen Wetter herrschen ideale Bedingungen für die Pollen. " Wer das Potenzial für Allergien hat, der bemerkt es jetzt", so der Mediziner.
Dass jetzt viele Pflanzen so explosionsartig blühen, liegt schlicht am Wetter der letzten Wochen, erklärt Ulrich Rösemann, technischer Leiter des Botanischen Gartens. Diesmal hätten die Blumen, Bäume oder Sträucher, die zu früh Blüten anlegten, vom kalten Winter " einen auf den Deckel gekriegt". Weil es dann nach den langen frostigen Wochen so plötzlich warm wurde, werde die Pflanze nun angeregt zu blühen. " Bei Wind, Wärme und Sonne ist die Luft dann mit Pollen gesättigt, und das staubt ohne Ende", so Rösemann. Viele Osnabrücker bemerken das an dicken gelben Schichten auf Fenstern, Autos oder Gartenmöbeln. Erst bei Regen können sie und die Allergiker wieder aufatmen, weil die Pollen dann aus der Luft gewaschen werden.
Die 25-jährige Anna leidet, schon seitdem sie 14 Jahre alt ist, an Allergien. Normalerweise geht es bei ihr Ende Mai oder Anfang Juni mit geschwollenen Augen, einer verschnupften Nase und Atemwegsbeschwerden los. Diesmal traf es die Studentin früher. " Als es plötzlich so warm wurde und ich das erste Mal länger draußen war, habe ich es schon extrem gemerkt", erzählt sie. Auf Frühblüher reagiere sie aber eigentlich nicht allergisch.
Gerade wenn im Sommer bestimmte Blumen, Gräser und Sträucher blühen, bleibt Anna nur noch der Griff zu Medikamenten. Tagsüber sind Tabletten für sie Pflicht, nachts dann Asthma-Spray, damit sie Luft bekommt. " Oft fühle ich mich morgens trotzdem nicht richtig fit und komme schwer aus dem Bett", sagt die 25-Jährige. " Es ist schon so, dass man dadurch einfach keine Lust mehr hat, überhaupt noch rauszugehen."
Auch Osnabrücker, die früher keine allergischen Beschwerden hatten, leiden nun plötzlich an verschnupften Nasen und juckenden Augen. Pflanzen, die in den letzten Jahren keine Probleme verursacht haben, stehen nun im Allergiekalender. " Auffällig ist, dass zum Beispiel vermehrt Allergien auf Raps und Mais auftauchen", so Dr. Breitsprecher. Und ein Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht in Sicht im Gegenteil: Sobald es regnet und noch wärmer wird, fangen die Gräser und Getreide an zu blühen, danach ist der Beifuß an der Reihe im Mai und im Juni geht es erst richtig los, meint Dr. Breitsprecher.
" Ich lege meine Klamotten, wenn ich draußen war, nicht in mein Schlafzimmer, weil da dann Pollen drinsitzen", sagt Anna. Dr. Breitsprecher hat weitere Tipps parat: Im Schlafraum sollte nicht das Fenster offen stehen, stattdessen sollten Allergikerüber die anderen Räume indirekt lüften. Eine Tagesdecke auf dem Bett, die man vor dem Schlafengehen vorsichtig zusammenlegt, hält Erreger fern von Kissen und Decken. " Abends zu duschen, um die Pollen abzuwaschen, und dann die Haare zu föhnen ist auch ratsam", so der Allergologe. Ansonsten bleibt für die Betroffenen nur eins: das Warten auf den nächsten Regen.

Bildtext: Für die einen sind blühende Rapsfelder eine Freude, den anderen en kribbelt es schon beim Anblick in der Nase. Früher stand die Pflanze nicht im Allergiekalender, nun sorgt sie jedoch vermehrt für Beschwerden. Foto: Michael Hehmann
Autor:
cko


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