User Online: 1 | Timeout: 23:02Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wo ist denn bloß der Busfahrer?
Zwischenüberschrift:
Die Stadtwerke testen eine Woche lang den Maxi Train: Er ist so wendig wie ein einzelner Bus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wenn dieses Gespann auftaucht, schauen viele hin. Auf den ersten Blick sieht es aus, als ob der zweite Bus sehr dicht auf den ersten auffährt. Dann fallen die Deichsel und die Gurte zwischen den beiden Fahrzeugen auf. Wird da abgeschleppt? Es ist der dritte Blick, der viele erstaunen lässt: Im zweiten Bus gibt es keinen Fahrer, kein Lenkrad und kein Armaturenbrett.
Es handelt sich um einen Anhänger, der fast so aussieht wie ein normaler Bus und mit seinen gut elf Meter Länge auch beinahe so lang ist. Er hat zwei Türen, 38 Sitz- und 41 Stehplätze. Und an den Haltestellen kann er sich genauso absenken wie der Bus, der ihn zieht. Ganz wie ein regulärer Bus also.
Das Gespann trägt die Bezeichnung Maxi Train. Die Stadtwerke haben ihn für eine Woche geliehen. Der Anhänger ist im thüringischen Altenburg zugelassen, der Bus mit der Anhängerkupplung im bayerischen Dingolfing. Bis gestern testeten die Stadtwerke den Maxi Train auf der Linie 21 zwischen Bahnhof und Atter. Auf dieser Strecke liegen die Fachhochschule und die Universität am Westerberg.
Dort zeigt sich, wofür der Anhänger gut ist: " Wo in Stoßzeiten sonst ein zweiter Bus erforderlich ist, könnten wir stattdessen den Anhänger nutzen", erläutert Katja Diehl, Pressesprecherin der Stadtwerke für den Bereich Verkehr.
In der Testwoche geht es unter anderem darum, wie wendig das Gespann ist. Und es zeigt sich: Es fährt um die Ecke wie ein ganz normaler Bus. Schließlich lenken die Vorderräder des Anhängers mit. Doch es zeigt sich auch, dass einige Halteplätze im Streckennetz der Stadtwerke für die Gesamtlänge von gut 23 Metern zu kurz sind. " Es sind vier oder fünf, die verlängert werden müssten", schätzt Katja Diehl. Für die Stadtwerke ist auch der Dieselverbrauch wichtig. Mitarbeiter messen, wie viel sie mit dem Maxi Train während der Stoßzeiten einsparen könnten.
Auch die Fahrgäste testen das Gespann. Stets sind Mitarbeiterinnen der Stadtwerke mit Fragebögen an Bord. Den meisten Fahrgästen fällt auf, dass es in dem Anhänger sehr viel leiser ist. Der Motor ist nur aus der Ferne aus dem Zugfahrzeug zu hören. Eine junge Dame spricht begeistert in ihr Handy: Dies sei der erste Bus, in dem sie keine Kopfschmerzen bekomme. Dann blickt sie nach vorn und erschrickt, als sie keinen Fahrer sieht. Sie hatte gar nicht gemerkt, dass sie in einen Anhänger gestiegen war.
Eine ältere Dame wundert sich über die Gurte zwischen dem Zugfahrzeug und dem Anhänger. " Das sieht ja nicht sehr stabil aus", findet sie. Doch die Mitarbeiter der Stadtwerke können sie beruhigen. Die Gurte sollen nur verhindern, dass Fußgänger in die Gefahrenzone geraten. Und was die Sicherheit im Anhänger angeht: Es sind Kameras installiert, mit denen der Fahrer alles im Blick hat.
Wann sich die Stadtwerke einen solchen Anhänger kaufen werden, ist noch nicht entschieden. " Es könnte ein bis zwei Jahre dauern", schätzt Katja Diehl. Bis dahin werden die Stadtwerke bereits einige Busse haben, die mit Anhängerkupplungen ausgerüstet sind. " Die nächsten sechs haben wir schon entsprechend bestellt." Und viele Osnabrücker, die sich in dieser Woche noch wundern, sind dann ebenfalls vorbereitet.

Bildtext: 23 Meter lang ist der Maxi-Bus mit dem nachlaufenden Anhänger, hier in der Haltebucht am Neumarkt fotografiert. Fotos: Jörn Martens

Sitzkomfort wie in einem Linienbus nur der Fahrer fehlt, wie manche Fahrgäste erst verspätet feststellten.
Autor:
Jann Weber


Anfang der Liste Ende der Liste