User Online: 1 | Timeout: 19:50Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kanal-Berater haben den Durchblick
Zwischenüberschrift:
Experten warnen: Betrüger sind schon unterwegs – Vom Nutzen der Dichtigkeitsprüfung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Dass die Stadt die Prüfung aller Abwasserrohre zur Pflicht gemacht hat, ist eine gute Nachricht für die Umwelt aber auch für abgebrühte Betrüger.
hin Osnabrück. " In Nordrhein-Westfalen sind die Geschäftemacher schon unterwegs", sagt Rolf Tengelmann, Diplom-Ingenieur aus Wallenhorst und zertifizierter Kanalsanierungsberater. Sein Kollege Frank Diederich aus Westerkappeln bestätigt: " Ein Dichtigkeitsnachweis für 49 Euro, das ist Unsinn." Die beiden Kanalberater haben den Durchblick, wenn es um die Dichtigkeitsprüfungen bei Abwasserkanälen geht, die auch in Osnabrück anstehen und ein millionenschweres Auftragsvolumen darstellen. Denn nicht nur die Stadtwerke müssen das öffentliche Entsorgungsnetz überprüfen, auch alle Hausbesitzer sind nach der neuen Abwassersatzung der Stadt verpflichtet, bis Ende 2015 die Dichtigkeit der Rohre nachzuweisen und einen entsprechenden Beleg der Stadt vorzulegen.
In Nordrhein-Westfalen gilt diese Pflicht landesweit. Scharlatane haben den Markt entdeckt und bieten Dichtigkeitsprüfungen für 49 Euro an. Frank Diederich warnt: Eine sachgerechte Prüfung sei für diesen Preis nicht zu machen. Der Staatsanwaltschaft Bochum liegen nach seinen Angaben bereits Anzeigen gegen unseröse Prüfer vor, die die Verunsicherung der Menschen ausnutzen. Die Gauner lassen nur scheinbar eine Kamera durch die Rohre rollen und führen den Kunden einen gefälschten Film vor, der natürlich die schlimmsten Schäden dokumentiert. Gern könne man sofort eine Reparatur einleiten oder am besten gleich einen Wartungsvertrag abschließen. Vorsicht, Falle!
Eine einfache, aber sachgerechte Dichtigkeitsprüfung kostet etwa 200 Euro, sagen Rolf Tengelmann und FrankDiederich. Dabei wird das Abwasserrohr mit einer Blase verstopft und Wasser in den Abfluss gekippt. Sinkt der Wasserspiegel, ist klar, dass das Rohr beschädigt sein muss. Genaueres zeigt dann eine Kamerafahrt. Mit Kameraeinsatz wird die Prüfung etwa 100 Euro teurer. Richtig teuer wird es aber erst, wenn die Rohre repariert werden müssen.
Tengelmann und Diederich halten die Dichtigkeitsprüfungen auch im privaten Sektor für unerlässlich. Nach dem Landeswassergesetz müssen alle Rohre egal ob privat oder öffentlich in einem einwandfreien Zustand gehalten werden, damit kein Schmutzwasser ins Erdreich sickern und Trinkwasserbestände verunreinigen kann. Tatsächlich werden aber nur die öffentlichen Leitungen kontrolliert. Alles andere geschehe nach dem " Feuerwehrprinzip", sagt Frank Diederich: " Man tut nichts, bis was passiert."
Es passiert unter der Erde und lautlos. 50 bis 70 Prozent der Leitungen sind nach Angaben der beiden Experten schadhaft. Viele gefährliche und schwer abbaubare Stoffe geraten ins Grundwasser. Steht der Grundwasserspiegel oberhalb der Leitungen, setzt ein anderer Effekt ein: Grundwasser dringt in die Leitungen und fließt mit dem Schmutzwasser in die Kläranlage. Das Fremdwasser übersteige manchmal die Schmutzwassermenge um das Zehnfache, sagen die Kanal-Fachleute. Das treibt die Kosten in der Kläranlage und damit die Abwassergebühren in die Höhe.
Rolf Tengelmann und Frank Diederich beraten Kommunen und Hausbesitzer in allen Kanal-Fragen. Sie sind unabhängig und wollen keine Rohrprüfung oder - sanierung verkaufen, sondern verdienen nur mit Beratung ihr Geld. Dabei haben sie festgestellt, dass das Problembewusstsein noch sehr gering ausgeprägt ist. Als 2007 die Umweltstiftung mit den beiden Beratern in Georgsmarienhütte ein Pilotprojekt zur Dichtigkeitsprüfung startete, galt als Voraussetzung, dass 60 Prozent der Hausbesitzer in dem Testgebiet in Alt-Gerogsmarienhütte mitmachen. Trotz intensiver Öffentlichkeitsarbeit meldeten sich nur 25 Prozent. Das Projekt war gestorben.
Internet
www.ingenieurplanung.de »
www.ingenieurbuero-dsl.de

Bildtext: Experten der Unterwelt: (von links) Thomas Gorzelany und Sven Goldbach, die mit rollender Kamera Abwasserrohre prüfen, und die unabhängigen Kanalsanierungsberater Rolf Tengelmann und Frank Diederich. Foto: Elvira Parton
Autor:
hin


Anfang der Liste Ende der Liste