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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bahn-Gebäude weichen Supermarkt
Zwischenüberschrift:
Abriss-Bagger haben bereits Platz für Neuanfang gemacht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die berufliche Heimat von ehemals bis zu 500 Osnabrücker Lokführern liegt seit ein paar Tagen in Trümmern. Auf dem Gelände des Bahnbetriebswerks in der Bremer Straße soll nach Neue-OZ-Informationen demnächst ein Penny-Supermarkt mit Backshop entstehen.

Auf knapp 7000 Quadratmetern des Bahnbetriebswerks, im Osnabrücker Volksmund auch " Kamerun" genannt, soll demnächst wieder neues Leben einziehen: " Neubau eines Verbrauchermarktes mit Backshop und eines Fachmarktes" heißt es dazu nüchtern in der Beschreibung des Bauvorhabens. Mehr ist dazu aus offiziellen Quellen derzeit nicht zu erfahren: Die Bahn verweist auf ein Architekturbüro in Herford, das mit der Planung beauftragt wurde. Dieses Büro war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ebenso der eigentliche Bauherr, eine Firma mit Sitz in Bocholt.
Die beiden Osnabrücker Theodor Asche (79) und Horst Kischkoweit (76) kennen das Bahnbetriebswerk noch aus seinen besten Tagen. Beide arbeiteten seit Anfang der 50er-Jahre viele Jahre auf dem Gelände. " Da stand mal die Kantine", erinnert sich Kischkoweit und zeigt auf die Reste eines Gebäudes, das die Abrissmaschinen dem Erdboden gleichgemacht haben. Dort haben vor einem halben Jahrhundert 500 Lokführer gegessen. " Das war das Herz des Betriebs", ergänzt Asche mit einem Lächeln. Damals, so der Renter, gab es Kollegen, die fuhren nach Feierabend gar nicht nach Hause sondern setzten sich in die Kantine und warteten auf den Beginn ihrer nächsten Schicht. Währenddessen vertrieben sie sich die Zeit mit Kartenspielen und Essen. Wenn sie jetzt vor den Trümmern des ehemaligen Großbetriebs stehen, steigt in den beiden Wehmut auf.
Der Bahn-Stützpunkt in der Bremer Straße ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verkleinert worden. Heute ist das die Zentrale für immerhin noch 110 Lokführer. Die beiden Rentner hoffen, dass der Bahn-Standort Osnabrück " noch ganz lange eine Zukunft hat". Auch wenn in ein paar Monaten statt schwerer Dieselloks sehr viel leichtere Einkaufswagen über Teile des Geländes an der Bremer Straße rollen werden.

Bildtext: Erinnerung in Trümmern: Hier haben Horst Kischkoweit (links) und Theodor Asche einige Jahrzehnte für die Deutsche Bahn gearbeitet. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Stefan Prinz


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