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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Freie Sicht auf das Mundloch
Zwischenüberschrift:
Hier kam einst unterirdisch abgebaute Steinkohle ans Tageslicht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Nun ist der Blick wieder frei: Seit Mitte März können Besucher des Piesbergs wie einst vom Magazingebäude auf das Mundloch des Hasestollens blicken. Dort sind früher Loren auf Schienen ein- und ausgefahren, auswärts beladen mit Steinkohle.
Diese wurde ab 1869 am Piesberg abgebaut, als der Haseschacht abgeteuft worden war und damit die Steinkohle aus den tiefer gelegenen Flözbereichen gewonnen werden konnte.
Das Haseschachtgebäude war 1871 fertiggestellt worden. In seinem höchsten Gebäudeteil war das Fördergerüst mit den darin laufenden Förderkörben untergebracht. Zudem standen im Haus die Pumpen, mit denen die Zeche frei von Wasser gehalten worden war.
280 Meter war der Hasestollen einst lang und führte unter dem Haseschachtgebäude weiter in den Norden. Heute sind etwa 30 Meter davon für Besucher hergerichtet, die mit einem Aufzug im Haseschachtgebäude 30 Meter hinab in den Stollen fahren können. Ein Kiesweg führt durch den ehemaligen Bergwerksstollen vorbei an kleineren Ausstellungselementen, bis zu dem Mundloch, das auf den Aufnahmen zu sehen ist.
Gegenüber liegt das Magazingebäude, in dem das Museum Industriekultur wechselnde Sonderausstellungen zeigt, beispielsweise mit Fotografien von Rudolf Lichtenberg oder über Putzfrauen. In dieser Ausstellung konnten Besucher nicht nur aktuelle Entwicklungen der Technik, sondern auch traditionelles Arbeiten erleben.
Die Aussicht vom und auf das Mundloch war bis vor Kurzem noch durch die 20 Meter lange Kaue aus Bruchstein verdeckt. Hier hatten sich ehemals Wasch- und Aufenthaltsräume für die Arbeiter befunden. Die Kaue ist teils nach dem Ersten Weltkrieg, teils nach 1945 neben der Bergschmiede errichtet worden.
" Wir hatten seit Anbeginn vor, das Gebäude abzureißen", sagt Rolf Spilker, Direktor des Museums Industriekultur. Im Oktober 1994 war der erste Abschnitt des Museums im Haseschachtgebäude eröffnet worden, nachdem es einige Zeit leer gestanden hatte.
Im Zweiten Weltkrieg hatte es als Kriegsgefangenenlager gedient. Ab 1941 waren es Gefangene des " russischen Arbeitskommandos 3355 Piesberg", von denen viele hier einen gewaltsamen Tod fanden. Nach 1945 brachte man bis in die 1960er-Jahre schlesische Flüchtlinge im Gebäude unter, das anschließend verfiel.

Bildtexte:

1) Mit Loren wurde einst die Steinkohle aus dem Hasestollen herausgefahren, die unterirdisch am Piesberg abgebaut worden war. Dieses Foto aus dem Jahre 1896 zeigt Arbeiter am Mundloch des Stollens.

Foto: Museum Industriekultur

2) Freie Sicht: Seit Mitte März ist der gemauerte Eingang zum Hasestollen wieder weithin sichtbar. Lange Zeit versperrte die Kaue den Blick.

Foto: Gert Westdörp
Autor:
Marie-Luise Braun


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