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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stadtrundfahrt im Internet
Zwischenüberschrift:
Google erfasst Osnabrück – Kritische Stimmen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Multimediakonzern Google hat jetzt auch in Osnabrück damit begonnen, für sein neues Angebot " Street View" Hunderttausende von Fotos zu machen. Internetnutzer werden künftig am Bildschirm virtuell durch die Straßen der Stadt spazieren können.
Das Thema wird unterschiedlich beurteilt. Während viele von den neuen Möglichkeiten schwärmen, sehen andere den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte gefährdet. Denn nicht nur Häuser sind genau zu erkennen, sondern zum Teil auch Autos und Menschen, die auf Dauer im weltweiten Netz erfasst sind. Sie waren zufällig auf der Straße, als der Kamerawagen vorbeifuhr.
Für die USA gibt es das Angebot inzwischen fast flächendeckend, in Europa für etliche Ballungsräume unter anderem in Spanien, Frankreich, Italien, Belgien und Großbritannien. Deutschland ist derzeit noch ein weißer Fleck auf der " Street View"- Karte. Im Herbst hatte Google die Kamerafahrten zunächst gestoppt auch aufgrund juristischer Auseinandersetzungen.
Mit Beginn der hellen Jahreszeit ist das Unternehmen seit Ende voriger Woche in ganz Deutschland mit Opel-Fahrzeugen unterwegs. Auf das Autodach ist ein markantes Stativ montiert, das eine 360-Grad-Kamera trägt. Mit elf Linsen werden die Straßenzüge im Sekundentakt in alle Richtungen abgelichtet. Ein Astra mit Hamburger Kennzeichen fährt systematisch durch Osnabrück. Er ist vielen Passanten inzwischen aufgefallen. Das Auto werde noch einige Wochen im Einsatz sein, sagt Stefan Keuchel, Sprecher von Google Deutschland. Zuerst seien die Leute immer ganz aufgeregt, " aber sie werden sich daran gewöhnen". Nach Angaben des Unternehmens wird es einige Monate dauern, bis das Angebot im Internet abrufbar ist. Das Verfahren ist kompliziert und gleicht einem riesigen elektronischen Datenpuzzle. Nach den Aufnahmen müssen die zahlreichen Einzelbilder zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden. Gesichter und Autokennzeichen werden mit einer automatischen Routine unkenntlich gemacht.
Ehebrecher entlarvt
" Street View" stößt vor allem in Deutschland auf Skepsis. Heftigen Gegenwind gibt es aber auch in Großbritannien. Zwar ist hierzulande mittlerweile grundsätzlich geklärt, dass digitale Straßenansichten nicht rechtswidrig sind. Gestritten wird aber noch über Details etwa ob auch Hausnummern geschwärzt werden müssen. Kritik ruft die Tatsache hervor, dass nicht alle Personen verfremdet sind. Im Internet wird die Geschichte eines Fremdgehers kolportiert. Mithilfe von " Street View" soll seine Ehefrau ihren untreuen Mann entlarvt haben und reichte daraufhin die Scheidung ein. Der Datenschutzbeauftrage der Bundesregierung, Peter Schaar, empfiehlt, Google müsse sich die Kamerafahrten genehmigen lassen.
Dagegen argumentiert Unternehmenssprecher Stefan Keuchel, dass die Bilder im öffentlichen Raum entstehen und keine Live-Aufnahmen sind. Kritiker sollten sich selbst ein Bild von dem neuen Angebot machen. So gebe es einen großen touristischen Nutzen. Aber auch wer ein Haus erwerben wolle, könne sich aus der Ferne von seiner Wunschimmobilie und dem Umfeld einen Eindruck verschaffen.

Bildtext: Am markanten Kameraaufbau sind die Google-Fahrzeuge zu erkennen, von denen eines derzeit auch in Osnabrück unterwegs ist (das Bild ist im Juli 2008 in Berlin entstanden). Foto: ddp

Eine Fahrt durch Paris können Internetnutzer jetzt schon machen. Ähnliche Straßenansichten wird es bald auch von Osnabrück geben. Screenshot: Neue OZ
Autor:
Holger Jansing


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