User Online: 2 | Timeout: 19:20Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Bergmann gründete das Lokal
Zwischenüberschrift:
Einst wie heute ein beliebtes Ausflugsziel: Das Piesberger Gesellschaftshaus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Seit seiner Eröffnung im Jahre 1871 ist das Piesberger Gesellschaftshaus mit Unterbrechungen ein beliebtes Ausflugslokal für die Osnabrücker und Gäste aus dem Umland.
" Schöner Aufenthalt für Sommerfrischler. Entfernung von Station Eversburg: 15 Min.": Mit diesem Kartenaufdruck warben die Betreiber des Piesberger Gesellschaftshauses zur Jahrhundertwende um Gäste. Auf der Postkarte gab es nicht nur Ansichten des Gebäudes von außen und innen zu sehen. Auch die Eversburg, Rotwild, Gewehr und Jägerhut sowie flanierende Gesellschaften in gepflegter Erscheinung sind abgebildet. Im Hintergrund erhebt sich der Piesberg.
Bergmann Sinnemann ist das Gesellschaftshaus zu verdanken. Er bat 1870 den " wohllöblichen Magistrat", sich am Piesberg als " Restaurateur" betätigen zu dürfen. Immerhin werde die Bergwerksanlage gern von Städtern und Geschäftsleuten besucht. Da Sinnemann die Kosten für den Bau selbst nicht aufbringen konnte, ersuchte er die Stadt um Hilfe.
Der Magistrat griff die Idee schnell auf und fasste im Juni 1870 den Beschluss für den " Neubau eines Restaurationsgebäudes am Hase-Stollen". Und so wurde das Piesberger Gesellschaftshaus aus Bruchstein nah bei der Zechenanlage errichtet. Diese war 1856 nach der Anbindung an die Hannoversche Westbahn entstanden und lockte ebenfalls Gäste an.
Im Erdgeschoss des Piesberger Gesellschaftshauses lagen die Gaststuben und die Küche, im oberen Stock die Kammern für Logiergäste. Vor dem Haus konnten sich Gäste im Kaffeegarten erfrischen. 1896 wurde der Festsaal angebaut.
Wegen Bombeneinschlags war das Haus im Zweiten Weltkrieg zeitweilig nicht nutzbar, ab 1946 war es dann wieder Treffpunkt für Ausflügler und Vereine, bis es Anfang der 1960er-Jahre wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste.
Nach umfangreicher Renovierung wurde das Haus 1987 mit der Eröffnung des Museums Industriekultur wieder belebt, seit 1994 nutzt der Kulturverein " Piesberger Gesellschaftshaus" das Gebäude für Tango-Kurse, Theater, Varieté und Konzerte.
Und ab dem 24. Mai wird es wie einst einen Kaffeegarten geben, in dem Ausflügler sonntags von 11 bis 18 Uhr mit selbst gebackenem Kuchen verwöhnt werden. " Die Menschen sollen sich fühlen wie damals", sagt Organisatorin Imke Wedemeier.

Bildtext: Gruß vom Piesberg: Diese Ansichtskarte vom Piesberger Gesellschaftshaus wurde 1906 versandt. Foto: Die Ansichtskarte stammt aus der Sammlung von Helmut Riecken.

Noch ist es ruhig, doch wenn die Bäume grün sind, soll es hinter dem Haus einen Kaffeegarten geben. Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


Anfang der Liste Ende der Liste