User Online: 1 | Timeout: 17:19Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Noch kein Beschluß über die Straßenführung
Zwischenüberschrift:
Innerer Stadtring über Petersburger Wall oder über Rosenplatz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Wenn wir uns mit dem Wiederaufbau der Stadt befassen, so denken wir nicht nur an die Wiederherstellung des den Osnabrücker bekannten und liebgewordenen Stadtbildes mit seinen Schönheiten und Vorzügen, sondern auch an die Ausmerzung der Unzulänglichkeiten städtebaulicher Art, die alle alten Städte mit gleich alter Geschichte aufweisen." Mit diesen Worten leitete Baurat Manske seinen Vortrag über die Stadtplanung in der Sitzung des Rates der Stadt am Dienstag voriger Woche ein. Auf der Tagesordnung dieser Sitzung stand die Festlegung der Fluchtlinien für verschiedene Straßenzüge, insbesondere der Johannismauer, des Petersburger Walles, der Großen Straße, der Hasestraße, des Domhofs usw. Baurat Manske gab einen Überblick über die Entstehungsgeschichte der Stadt Osnabrück, bei deren Wiederaufbau die Lösung der Verkehrsfrage im Vordergrund stehen müsse. Die Straße ist die Voraussetzung für das Bauen, und bevor wieder aufgebaut werden kann, müssen die großen Verkehrslinien festgelegt werden; denn erst wenn dies geschehen ist, kann mit dem Neuaufbau begonnen werden.
Bei dem Neuaufbau der Stadt muß berücksichtigt werden, daß seitens der Reichsbahn geplant ist, an die Stelle des jetzigen, allgemein als unzulänglich angesehenen Kreuzungsbahnhof einen Durchgangsbahnhof zu setzen. Obwohl dieses sehr weitgehende Projekt, das den neuen Bahnhof an die Bruchstraße zwischen den Unterführungen Niedersachsenplatz und an der Petersburg verlegen will, erst in einigen Jahren realisiert werden dürfte, muß es in diese Planungen einbezogen werden.
Bereits einige Jahre vor dem Kriege war als Verkehrsentlastung für die Stadt ein großer Ring geplant, der in seinem östlichen Teil von der Iburger Straße über Ameldungstraße - Schellenbergbrücke - Heiligenweg - Bremer Straße - Haster Weg führen sollte. Da dieser weitgespannte Ring der Stadt keine volle Entlastung bringt, ist geplant, den jetzigen Wall um die Stadtmitte auszubauen. Dieser Ring soll, am Hasetor beginnend, über die Wälle führen, dann im Zuge des Schloßwalles - Johannismauer - Petersburger Wall am zukünftigen Bahnhof parallel zu dessen neuem Gebäude vorbeiführen, um dann über Goethestraße - Schillerplatz - Karlstraße beim Hasetor den Ring wieder zu schließen. Die Führung dieser Ringstraße über Johannismauer - Petersburger Wall bringt Eingriffe in das Privateigentum der dortigen Anlieger, die fragen, ob es nicht zweckmäßiger ist, anknüpfend an einen früheren Plan vom Hindenburgplatz einen Durchbruch zum Rosenplatz zu schaffen, wodurch die sowieso vielfach geschädigten Anlieger an der Johannismauer und am Petersburger Wall weniger stark betroffen würden.
Das Stadtbauamt legt Wert darauf, daß die Entscheidung über die neuen Fluchtlinien möglichst bald getroffen wird, denn es muß verhindert werden, daß durch Neubauten vollendete Tatsachen geschaffen werden, die später die Führung der geplanten Straßenzüge verhindern und erschweren. Auch die Anlieger wollen wissen, wo sie später bauen können. Von allen Ratsmitgliedern, die in der Besprechung dieses Fragekomplexes das Wort nahmen, wurde die Dringlichkeit anerkannt, andererseits aber bei der Bedeutung des Projektes auch eine gründlichere Beratung für notwendig erachtet. Der Rat einigte sich dahin, daß Schritt für Schritt vorgegangen werden soll in der Weise, daß jeweils vor der Abstimmung über eine festzulegende Fluchtlinie eine Ortsbesichtigung vorgenommen werden soll. Die interessierten Anlieger sollen zugezogen werden, um ihnen Gelegenheit zu geben, ihre Anregungen und Wünsche darzulegen. Der Rat der Stadt wird in der nächsten Zeit Woche für Woche bestimmte Straßenzüge vornehmen und die Zweckmäßigkeit der vorgeschlagenen Fluchtlinienführung an Ort und Stelle prüfen. Auf diese Weise können dann die großen Gedanken, auf denen die Stadtplanung basiert, und die Wünsche der Anlieger und Interessenten aufeinander abgestimmt werden. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich mehr als bisher mit dem Gedanken der Stadtplanung zu beschäftigen und Wünsche und Anregungen zu geben. Allerdings muß das sofort geschehen, denn die großen Verkehrslinien müssen nun endlich festgelegt werden.


Anfang der Liste Ende der Liste