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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schulgeschichte in neuem Gewand
Zwischenüberschrift:
Die Möser-Realschule am Westerberg feiert ihr 175-jähriges Bestehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Sie war die Erste und für lange Zeit die Einzige ihrer Art. Die Bürgerschule war das Ergebnis einer Bildungsoffensive der beginnenden 1830er-Jahre. Gebäude und Namen wechselten, zuletzt 2004. Seitdem heißt sie Möser-Realschule am Westerberg. Jetzt blickt sie auf eine 175-jährige Geschichte zurück.
Die damals neue Schulform war auf den eher praktischen Bildungsbedarf des Mittelstandes zugeschnitten. Dafür baute die Stadt am Ledenhof die erste Bürgerschule und stellte 15 Lehrer für die 375 Schüler des ersten Jahrgangs ein. Am 1. Mai 1833 begann das erste Schuljahr. Im Volksmund hieß das Gebäude bald " Weber′sche Schule" nach dem Namen des ersten Leiters.
Im Laufe der Jahre stiegen die Schülerzahlen. Die Schule musste zusätzliche Räume am Struckmannshof mieten, doch auch die reichten bald nicht mehr. Daher kaufte die Stadt einige nebeneinanderliegende Grundstücke an der Hakenstraße und baute genau dort neu, wo Justus Möser einst gelebt hatte. Am 1. Mai 1902 wechselte die Schule dorthin mit inzwischen 871 Jungen und 624 Mädchen. Die Schülerzahlen stiegen stetig an und machten weitere Schulgründungen erforderlich, die die Hakenstraße entlasteten. Es entstanden die spätere Wittekind- und die Backhaus-Realschule.
Ein Einschnitt war der Erste Weltkrieg, als viele Räume der Schule als Lazarett genutzt wurden. 1927 gab die Stadt der Bildungseinrichtung den Namen Möser-Mittelschule eine für Jungen, eine für Mädchen. Für die Zeit des Nationalsozialismus fehlen Aufzeichnungen in der Schulchronik. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Dach des Gebäudes zerstört. Nach 1945 besann sich die Schule auf die Lehrpläne aus der Zeit vor 1933.
1965 wurde aus der Mittelschule die Realschule. Weiterhin blieben Jungen und Mädchen getrennt. Später zogen die Mädchen in den Stadtteil Wüste und behielten ihren Schulnamen zunächst bei. So gab es zwei Möser-Realschulen.
Erste Europa-Schule
Die Möser-Realschule war die erste in Niedersachsen, die in den 1990er-Jahren einen zweisprachigen Unterricht anbot. Und sie wurde wegen ihres Sprachangebots zur ersten Europa-Schule der Stadt. Zweite Fremdsprache ist außer Französisch auch Russisch. In einer Arbeitsgemeinschaft können die Schüler außerdem Italienisch lernen.
Dass die Möser-Realschule 2004 von der Hakenstraße zur Lotter Straße umzog, hatte zwei Gründe. Die Orientierungsstufe war gerade abgeschafft worden, und die weiterführenden Schulen mussten die fünften und sechsten Klassen übernehmen. An der Hakenstraße wäre es zu eng geworden. Ursprünglich sollte die Hauptschule, die sich seit Jahren ebenfalls in dem Gebäude befand, in die ehemalige Hans-Calmeyer-Orientierungsstufe an der Lotter Straße 6 ziehen. Doch dagegen gab es Proteste. Schließlich verließ die Möser-Realschule nach 102 Jahren ihr Traditionsgebäude, und die Hauptschule Innenstadt blieb an der Hakenstraße.
Gegen Rassismus
Der Umzug 2004 führte auch zu einer kleinen Namensänderung. " Möser-Realschule am Westerberg" lautet seitdem die offizielle Bezeichnung obwohl die Lotter Straße 6 zum Stadtteil Weststadt gehört. Doch der Westerberg ist nur wenige Schritte entfernt.
Derzeit unterrichten 24 Lehrer und Lehrerinnen die 300 Fünft- bis Zehntklässler der Möser-Realschule. Knapp ein Drittel der Absolventen besucht anschließend eine der gymnasialen Oberstufen der Stadt. Zu den Spezialitäten im Schulleben gehören die Mediation mit Konfliktlotsen und die Anti-Rassismus-Gruppe, die seit einigen Jahren auch an vielen Veranstaltungen außerhalb der Schule mitwirkt.

Bildtext: Auf Händen getragen: Schüler der Klasse 9b und Leiter Fritz-Heinz Ringling präsentieren das Modell des alten Gebäudes an der Hakenstraße vor ihrem neuen Haus an der Lotter Straße. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Jann Weber


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