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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Sie kommen, wenn es explosiv wird
Zwischenüberschrift:
Fachzug Messen und Spüren sucht bei Unfällen nach Gefahrstoffen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Um kommunale Grenzen schert sich weder ein Feuer noch die Feuerwehr. Genauso gilt dies für den Fachzug Messen und Spüren. Er ist Bestandteil der Kreisfeuerwehrbereitschaft Umweltschutz und setzt sich aus Einheiten aus der Stadt und dem Landkreis Osnabrück sowie der Werksfeuerwehr der Georgsmarienhütte GmbH zusammen.
" Wir haben nicht viele Einsätze. Aber wenn wir gerufen werden, ist es auch notwendig", sagt der stellvertretende Zugführer Markus Gehle. Hinzugezogen wird die Einheit, wenn die Einsatzleitung vor Ort befürchtet, dass etwa durch einen Großbrand Gefahrstoffe freigesetzt werden. Der Fachzug soll sie aufspüren. Ein Blick in die Einsatzstatistik zeigt, was alles Gefahrstoff sein kann: Bislang hatten es die Feuerwehrleute etwa mit Propangas, Naphta, Phosphorsäure oder Chlorgas zu tun. Auch die explosiven Stoffe Vinylacetat und Peroxid wurden bei Einsätzen festgestellt.
Kein Wunder also, dass die Mitglieder eine umfangreiche und fortlaufende Qualifizierung durchlaufen. Dazu gehören die sogenannte Gefahrgutausbildung und regelmäßige Fortbildungen wie die Übung, die jetzt bei der Feuerwehrzentrale Süd in Georgsmarienhütte stattfand. Rund 60 Feuerwehrleute lernten dort im theoretischen Teil etwas über die Stoffrecherche in Datenbanken. Auf dem Übungsgelände trainierten die Spezialisten anschließend das Vorgehen bei einem Unfall mit radioaktiven Stoffen. Auch ein Chemieunfall, bei dem eine entzündliche Flüssigkeit freigesetzt wird, wurde simuliert. Wie es in einem Kernkraftwerk aussieht, weiß die Gruppe seit ihrem Besuch in Lingen. In diesem Jahr nimmt sie Biogasanlagen unter die Lupe.
Zur Einheit Umweltschutz gehören vier Bereiche: Neben dem Fachzug Messen und Spüren sind dies die Fachzüge Gefahrgut Nord und Gefahrgut Süd (sie sind für die tatsächliche Abwehr der Gefahrstoffe zuständig) sowie der Fachzug Dekontamination zur Reinigung von chemisch, biologisch oder radioaktiv verunreinigten Anzügen. Doch der Fachzug Messen und Spüren unterscheidet sich von den anderen: Er könnte nicht von einzelnen Kommunen geschultert werden. Selbst die Stadt Osnabrück wäre dazu personell und von der Ausstattung her nicht in der Lage, sagt Zugführer Oliver Brune. Auf Initiative von Kreisbrandmeister Heiner Prell wurde daher seit 2002 die Kreisfeuerwehrbereitschaft Umweltschutz aufgebaut.
Zuvor hatte es den ABC-Zug des vom Bund unterhaltenen Katastrophenschutzes gegeben, der zu Zeiten des Kalten Krieges aber eher für den Verteidigungsfall vorgesehen war. Allerdings blieb der Region keines der Erkundungskraftfahrzeuge aus dem ABC-Zug erhalten kommunale Mittel waren also gefragt, was schließlich in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mündete.
Zum Fachzug gehören mittlerweile zwei Messleitwagen sowie fünf Messfahrzeuge, die zwischen Achmer und Altenmelle stationiert sind. Trifft zunächst ein Messfahrzeug vor Ort ein, entscheidet der Gruppenführer, welche Erstmaßnahme durchgeführt wird. Sprich: Wo ist eine Messung vordringlich? Nach Eintreffen eines Messleitwagens übernimmt dann das hier eingesetzte Personal die Koordinierung. Mit ihrer Ausrüstung können die Feuerwehrleute die Umgebung auf radioaktive Strahlung und 44 chemische Stoffe testen.
Alle Ergebnisse müssen " gerichtsverwertbar dokumentiert" werden, sagt Gehle. Kein Wunder: Auf Basis der Daten müssen eventuell weitreichende Entscheidungen durch die Einsatzleitung getroffen werden bis zur Evakuierung von Wohngebieten, Krankenhäusern oder Kindergärten.

Bildtext: Nur eine Übung: Kräfte des Fachzugs Messen und Spüren entfernen aus einem Fahrzeug ein möglicherweise radioaktiv verseuchtes Paket. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Henning Müller-Detert


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