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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lebensgefährliche Abkürzung
Zwischenüberschrift:
Immer wieder schlüpfen Fußgänger durch die Zäune rings um die Gleise am Bahnhof
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Hubert Neumann traute seinen Augen kaum. Er beobachtete, wie mehrere Jungen und auch ein Erwachsener durch ein großes Loch im Zaun schlüpften und auf die Bahngleise an der Hamburger Straße gingen. Das ist nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich. Die Bahn ist zwar nicht verpflichtet, den Zaun auszubessern macht es aber trotzdem.
Hubert Neumann wohnt etwa 300 Meter vom Bahnhofgelände entfernt. Die Hamburger Straße, die hinter dem Bahnhof am Hasepark entlangläuft, benutzt der 66-jährige Rentner fast täglich. In der Kurve zur Rothenburger Straße und hinter einer Plakatwand sind mannsgroße Löcher im Zaun, durch die auch eine korpulente Person bequem schlüpfen kann.
Wer dort durchgeht, nutzt das Loch als Abkürzung zum Bahnhof. Dies hat ein Mann zugegeben, den Hubert Neumann einmal zur Rede gestellt hat. Das Risiko sei ihm bewusst, meinte er. Die Löcher und die Trampelpfade existieren schon seit vergangenem Sommer, berichtet Neumann.
Egbert Meyer-Lovis, Pressesprecher der Deutschen Bahn, kennt das Problem. Der Zaun wurde schon etliche Male geflickt. Er wurde jedoch immer wieder mit einem Schneidewerkzeug aufgetrennt, was an den Schnitten gut zu erkennen war. Grundsätzlich stellt Meyer-Lovis aber klar, dass die Bahn nicht verpflichtet sei, die Gleise einzuzäunen. Die Frage, wem der Zaun überhaupt gehört, kann er nicht eindeutig beantworten. Sein Unternehmen habe aber schon Handwerker informiert, die den Schaden beheben sollen. Die Bahn trägt auch die Kosten der Reparatur.
Auch die Bundespolizei ist von der Deutschen Bahn benachrichtigt worden. Polizeikommissar Johannes Schipper pflichtet Meyer-Lovis bei und sagt, dass die Bahn nicht verpflichtet sei, die Gleise einzuzäunen. " Wenn Personen aber unbefugt die Gleise betreten, dann ist das mit einem Verwarnungsgeld zu ahnden", sagt er und weist darauf hin, dass die Sachbeschädigung an dem Zaun noch hinzukommt. Und diese ist strafbar.
Neben einem Bußgeld und einer Anzeige könnten die unbefugten Gleisgänger aber noch viel mehr bezahlen: Ihr Leben und ihre Gesundheit. " Diese Leute sind sich der Gefahr nicht bewusst", sagt Egbert Meyer-Lovis. Der Bahnsprecher weist darauf hin, dass viele Züge nicht zu hören sind oder erst, wenn es zu spät ist. Gerade Güterzüge fahren mit hoher Geschwindigkeit durch den Bahnhof. " Eigentlich", sagt Meyer-Lovis, " weiß aber jeder, dass man nicht über die Bahngleise laufen soll. Das ist lebensgefährlich."

Bildtext: Haarscharf am Pfosten vorbei das kennt auch Torjäger Miroslav Klose. Doch wer sich auf die Gleise mogelt, wie auf diesem gestellten Foto, spielt mit seinem Leben. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Thomas Wübker


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