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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Neubürger aus Nordamerika
Zwischenüberschrift:
Brautenten besonders farbenprächtig
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Seit Jahren können in Osnabrück wieder frei lebende Brautenten beobachtet werden. Auf dem Rubbenbruchsee hält sich ein graubraunes Weibchen und auf der Hase neben den Eversburger Klärteichen ein farbenprächtiges Männchen auf. Der letzte Nachweis einer Brautente auf Osnabrücker Gewässern datiert aus dem Jahr 1998.
Das Weibchen hat den harten Winter gut überstanden. Es wurde zum ersten Mal am 15. Januar während des Kälteeinbruchs beobachtet. Der Rubbenbruchsee war zu diesem Zeitpunkt bis auf ein kleines Loch am Barenteich zugefroren. Hier harrte es gemeinsam mit Stockenten, Graugänsen, Bläss- und Teichrallen aus und trotzte dem Winter. Das Weibchen ist wenig scheu und verlässt auch das Wasser, wenn hilfsbereite Mitbürger mit trockenem Brot anrücken. Das sehr schlicht, überwiegend grau und braun gefärbte Tier wird aber kaum als Brautente erkannt, da es einer kleinen weiblichen Stockente sehr ähnlich sieht. Beim genauen Hinschauen fällt aber der breite weiße Augenring auf.
Ganz anders das Männchen. Dieses zeichnet sich durch die lebhafte Färbung, insbesondere den metallischen Glanz der verlängerten Nackenfedern, grünschillernde Kopfseiten und die purpurnen Schulterfedern sowie die auffällige Musterung aus.
Was ist an der Brautente nun so Besonderes? Der ursprünglich in Nordamerika beheimatete Vogel ist ein Neubürger in der heimischen Tierwelt. Er gelangte schon im 17. Jahrhundert nach Europa und wurde zur Schau und zu Repräsentationszwecken an den Adelshöfen gehalten. Auch heute noch sind die Enten, insbesondere die Männchen, als Park- und Zoovögel überaus attraktiv und außerdem leicht zu züchten.
Brautenten sind winterhart und ortstreu und werden vielfach frei fliegend gehalten, sodass einzelne Tiere relativ häufig ins Freiland gelangen und sich dort erfolgreich fortpflanzen.
In und um Osnabrück liegen seit 1985 weniger als zehn Nachweise vor. Ein Grund könnte sein, dass die Weibchen leicht mit den Weibchen der Mandarinente verwechselt werden. Viele Brautentenweibchen werden deshalb als Mandarinenten bestimmt oder gar nicht gemeldet. Möglicherweise finden Brautenten bei den heimischen Vogelkundlern auch nur wenig Beachtung, weil sie sie als Ziergeflügel geringschätzen.
Ob die Vögel sich bei uns etablieren, also eine selbsttragende Population aufbauen können, wie jüngst bei Kanadagans und Nilgans geschehen, wird die Zukunft zeigen.

Bildtext: Das Brautenten-Männchen gilt wegen seiner Pracht als beliebter Park- und Zoovogel. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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