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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
20 Millionen für den Kita-Ausbau
Zwischenüberschrift:
Es fehlen 728 Plätze
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. In der Stadt fehlen derzeit 728 Plätze in Tageseinrichtungen für Kinder: 413 für bis unter Dreijährige und 315 für über Dreijährige. Für den Ausbau werden Investitionen von mehr als 20 Millionen Euro fällig, knapp drei Millionen übernehmen Bund und Land, gut 17 Millionen muss die Stadt aufbringen.
Die Fortschreibung des Kindertagesstättenplanes zeigt die großen Lücken auf, die Osnabrück zur Erfüllung des Kinderförderungsgesetzes bis zum Jahr 2013 noch schließen muss. Denn ab dem Kita-Jahr 2013/ 14 besteht ein Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder einer Tagespflege für Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben.
Die Jugendverwaltung geht davon aus, dass für 40 Prozent der Ein- bis Zweijährigen Plätze benötigt werden, 80 Prozent in einer Einrichtung und 20 Prozent in der Tagespflege. Auf dieser Rechengrundlage fehlen 413 Krippenplätze und 40 bei Tagesmüttern. Mit den einmaligen Investitionskosten zum Bau oder Ausbau von Einrichtungen ist es nicht getan. Auch die laufenden Kosten steigen rasant an: Waren es im Jahr 2005 noch 14, 4 Millionen Euro, könnten es nach den Berechnungen der Jugendverwaltung 2013 voraussichtlich bis zu 27 Millionen sein.
Der Bedarf ist unbestritten. In Osnabrück werden wieder mehr Kinder geboren. 2006 waren es 1359, 2007 1480 und 2008 1512. Hinzu kommt, dass immer mehr Frauen auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzen. Dem Familien-Service-Büro liegen derzeit unerfüllte Betreuungswünsche für 120 Kinder vor. Deren Mütter möchten wieder in den Beruf zurückkehren. Das geht aber nur, wenn sie ihr Kind gut betreut wissen. Die Dunkelziffer ist nach Ansicht der Jugendverwaltung deutlich größer: " Viele melden sich nicht, weil sie wissen, dass es keinen Platz gibt."
Allerdings gibt es auch Defizite bei den Platzzahlen für über Dreijährige. Immer mehr Kinder besuchen eine Kita über mehrere Jahre. Hinzu kommt, dass bei der Ausweitung der Plätze für Jüngere altersübergreifende Gruppen geschaffen wurden. In denen gibt es weniger Plätze, denn ein Kind unter drei Jahren zählt doppelt: Kommt ein Zweijähriges in eine Gruppe von 25 Kindern, wird die Platzzahl auf 23 reduziert, bei zwei Jüngeren auf 21.
Derzeit ist die Jugendverwaltung in der ganzen Stadt unterwegs, um Räume für Kinderbetreuung zu suchen. Angesprochen werden dabei auch gezielt Kirchengemeinden, in denen durch Zusammenlegung Raum frei wird, Gemeindesäle oder Pfarrhäuser.
Konkrete Vorschläge und Kostenpläne will die Verwaltung im Juni dem Jugendhilfeausschuss zur Diskussion vorlegen. Dabei geht es allein um den quantitativen Kita-Ausbau. Mehr Qualität würde noch mehr kosten.

Bildtext: Betreut von einer Tagesmutter: Enrico und Xuscha. Archiv-Foto: Hehmann

Hier ist der größte Bedarf

Der Schinkel ist der kinderreichste Stadtteil. Hier gibt es auch den größten Bedarf an Betreuungsplätzen für unter Dreijährige: 67. Weitere Defizite gibt es in der Dodesheide (44), am Kalkhügel (34), in der Gartlage (30), in der Weststadt und in Eversburg (je 29), am Schölerberg (28), in Atter (27), in Voxtrup und Hellern (je 26) und am Sonnenhügel (25). Auch für die Älteren gibt es noch Bedarf, damit alle Kinder vor Schulbeginn mindestes drei Jahre eine Tageseinrichtung besuchen können. Wieder steht der Schinkel an der Spitze (25), gefolgt von den Stadtteilen Dodesheide (11), Eversburg und Schölerberg (je 9), Innenstadt, Westerberg, Haste, Kalkhügel, Hellern und Darum/ Gretesch/ Lüstringen (je 8).

Kommentar

Qualität nicht vergessen

Von Ulrike Schmidt
Jetzt wird es richtig teuer: Die Umsetzung des Kinderförderungsgesetzes kostet die Stadt viel Geld. Dabei geht es zunächst allein um die Schaffung von Plätzen. Die mindestens ebenso wichtige Diskussion über die Qualität droht darüber gänzlich in Vergessenheit zu geraten.
Angesichts überforderter Eltern, zunehmend gestörter Kinder und explodierender Kosten für erzieherische Hilfen ist es aber Pflicht, die Qualität der Versorgung immer mit im Blick zu haben. So können Kinder aus benachteiligten Familien wichtige Hilfe beim Start ins Leben bekommen.
Das Land Niedersachsen hat mit der Abschaffung der Kita-Standards aber schon Rückschritte gemacht: Für eine Krippe mit 15 Kindern werden nur zwei Erzieherinnen bezuschusst. So wird aus einer Einrichtung zur frühkindlichen Förderung eine Verwahranstalt. u.schmidt@ neue-oz.de
Autor:
S.


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