User Online: 2 | Timeout: 12:14Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Statt zum Arzt ins Tierheim
Zwischenüberschrift:
Rechnungen können nicht bezahlt werden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Macht sich die Wirtschaftskrise auch in den Tierheimen bemerkbar? Einrichtungen in anderen Städten stellen fest, dass Bürger ihre Haustiere notgedrungen abgeben, um Geld zu sparen. Diesen Eindruck teilt das Tierheim in Hellern bislang zwar nicht. Mancher Besitzer gibt sein Tier aber aus sehr fadenscheinigen Gründen ab.
Seit ungefähr vier Wochen ist Joopie Bewohner des Tierheims. Joopie ist ein Jack Russell, recht betagt und wurde als Fundtier in Hellern abgegeben. Ihm machten Magen-Darm-Probleme und entzündete Ohren zu schaffen. Nun musste die Einrichtung für die Tierarztkosten aufkommen, berichtet Leiterin Martina Rüthers. Es ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen, dass Tiere hier abgegeben werden, wenn Rechnungen drohen. Allerdings konnten die Mitarbeiter bislang nicht feststellen, dass derartige Fälle seit Beginn der Wirtschaftskrise zugenommen haben.
Das ist in anderen niedersächsischen Tierheimen anders. In Lüneburg etwa wurden in diesem Jahr wegen finanzieller Probleme der Halter bereits 30 Hunde, Katzen und Kaninchen ins Tierheim gebracht 20 Prozent mehr als im Vorjahr. In Celle, Hannover und Bremen ist ein ähnlicher Trend zu beobachten.
Häufig werden ein anstehender Umzug oder plötzliche Tierhaarallergie als Gründe angegeben, warum Tiere abgeben werden, sagt Martina Rüthers. In anderen Fällen werden die eigenen Vierbeiner als Fundtiereausgegeben, auch wenn die drum herumgestrickte Geschichte alles andere als glaubwürdig wirkt: " Ich hätte sie gern behalten, aber mein Vermieter spielt nicht mit", sei häufig zu hören. " Man muss diplomatisch sein", sagt die Leiterin.
Dazu möchten die Mitarbeiter verhindern, dass Tiere einfach ausgesetzt werden. Vorgekommen ist auch schon, dass den Besitzern der Name des vermeintlichen Fundtieres herausgerutscht ist. Und in seltenen Fällen meldete sich bei ihnen das schlechte Gewissen, sodass sie einige Tage später weinend ihren ehemaligen Mitbewohner wieder abholten.
Unproblematisch ist die Situation bei Hunden. Hier gibt es genug Nachfrage. Derzeit sind in Hellern 21 Welpen und Hündinnen untergebracht. 135 Euro kostet die Vermittlung, darin enthalten sind etwa Impfung und Parasitenprophylaxe. Schon seit Jahren gibt es aber ein Katzenproblem. Denn hier sparen viele Besitzer an der nötigen Kastration der Tiere, was aber ebenfalls schon vor der Wirtschaftskrise zu beobachten war. Rund 80 bis 100 Euro kostet der Eingriff, so Rüthers. Und er ist dringend notwendig, denn die Einrichtungen wissen kaum noch wohin mit den Tieren. In Hellern sind derzeit 74 Katzen untergebracht, viel zu viele für diese Jahreszeit. Einige der Tiere leben hier schon seit zwei bis drei Jahren. Auch hier spielen möglicherweise die Kosten eine Rolle. Warum 65 Euro berappen, wenn man ein Tier günstiger vom Bauern bekommen kann? Dabei sind in den 65 Euro bereits Impfung, Parasitenprophylaxe, Kennzeichnung und auch Kastration enthalten. Nun graut den Mitarbeitern schon vor Frühjahr und Sommer, wenn erfahrungsgemäß viele Jungtiere geboren werden. Im vergangenen Jahr mussten angesichts des Andrangs schon Behelfsgehege gebaut werden.

Bildtext: Auch er wurde ausgesetzt: Jack-Russell-Terrier Joopie auf dem Arm von Tierheim-Mitarbeiterin Monika Siegler. Foto: Jörn Martens
Autor:
hmd


Anfang der Liste Ende der Liste