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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Fischfresser steigt auf Frösche und Mäuse um
Zwischenüberschrift:
Silberreiher war in Osnabrück bis vor Kurzem eine Rarität – jetzt lässt er sich immer häufiger blicken
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Silberreiher darf man in Osnabrück und der näheren Umgebung durchaus noch als Raritäten bezeichnen. Von Mitte bis Ende Januar wurden wieder drei Vögel bei uns beobachtet, und zwar an der Düte in Sutthausen sowie in den Hasewiesen von Lüstringen, Natbergen, Stockum und Wissingen. Sie stehen ganz ruhig im offenen Gelände, um Frösche und Mäuse zu jagen, und sind dann als weiße Flecken in der Landschaft gut erkennbar.
Vor gut zwei Jahrzehnten noch waren die auffälligen, schneeweißen Silberreiher zumindest im Nordwesten Deutschlands äußerst seltene Gäste. Der nächstgelegene Brutplatz war der Neusiedler See in Österreich. Hier in den großen Schilfflächen besteht schon seit Jahrhunderten ein traditioneller Brutplatz.
Mittlerweile haben die weißen Großvögel ihr Brutareal ausgedehnt und brüten seit den 1980er-Jahren regelmäßig auch im niederländischen Oostvaardersplassen, einem Polder am Ijsselmeer, wo es 2006 beinahe hundert Paare waren. Interessant ist hierbei, dass sie sich rund 1000 Kilometer nördlich von ihrem österreichischen Brutplatz angesiedelt und Deutschland einfach übersprungen haben.
Im Norden Deutschlands stieg der Bestand an Gastvögeln in den vergangenen 20 Wintern rapide an. Man kann Silberreiher jetzt an vielen Stellen im Herbst und Winter beobachten. Der Dümmer mit seinen angrenzenden Feuchtwiesen ist neben dem Steinhuder Meer ein wichtiges Überwinterungsgebiet für Silberreiher in Norddeutschland. Woher die Silberreiher nun stammen, weiß man nicht genau.
Die Zunahme der Silberreiher dürfte auch damit zusammenhängen, dass sie neue Nahrungsquellen erschlossen haben und mehr und mehr auf Grün- und Ackerflächen nach Mäusen und Kleintieren suchen. Die Vögel nutzen also häufiger trockene Nahrungsgebiete. Silberreiher sind zwar in erster Linie immer noch Fischfresser, daneben werden aber auch Würmer und Schnecken, Amphibien und Mäuse gefressen.
Mit dem Anstieg der Wintergastbestände (aktuell: Steinhuder Meer 50 bis 150, Dümmer 150 bis 200) tauchten die ersten Vögel auch im Osnabrücker Land auf. Der erste weiße Reiher wurde im Oktober 1998 jenseits der Stadtgrenze im Ruller Bruch von Dr. Johannes Melter beobachtet, ein weiterer im Juli 2003 im Nemdener Bruch von Volker Tiemeyer. Der erste Nachweis in Osnabrück gelang Frank Vogelsang, der im Dezember 2003 einen Silberreiher niedrig über den Stadtteil Sonnenhügel fliegen sah.
Noch brüten die imposanten Reiher nicht in Deutschland, aber das ist nur eine Frage der Zeit: Vielleicht tun sie es schon in diesem Frühjahr. Dann gehören sie zu einer neuen einheimischen Brutvogelart.

Bildtext: Schwarzer Schnabel, schneeweißes Gefieder: Der Silberreiher lässt sich in Osnabrück wieder blicken. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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