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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Neuer Anlauf für Straße am Westerberg
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Stadtrat will im März Klarheit schaffen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Im Westen etwas Neues: Die Stadt denkt über den Bau einer zweispurigen Straße zur Entlastung des Westerbergs nach. Die Trasse ist neu und auch der Name: Aus der Westumgehung ist die Entlastungsstraße West geworden.

Die optimale Lösung für den Westerberg gibt es nicht. Jeder Gewinn an Lebens- und Wohnqualität wird mit einem Verlust an anderer Stelle bezahlt egal, wie die Trasse gezogen wird. Doch jetzt steigt der Druck. Die ehemaligen Britenwohnungen am Westerberg stehen zum Verkauf. 21 Häuser in den Wissenschaftshöfen werden schon im März auf den Markt kommen, im Mai und Juni folgen 44 Wohneinheiten in den Komponistenhöfen. Beide Quartiere würden von einer Entlastungsstraße tangiert. Deshalb wollen die Kaufinteressenten Klarheit haben, bevor sie in das Geschäft einsteigen.
Die Verwaltung legte dem Stadtentwicklungsausschuss den groben Entwurf für eine zweispurige Stadtstraße vor. Sie würde ohne Schallschutz und Grunderwerb etwa sechs bis sieben Millionen Euro kosten.
Dahinter steht ein neuer Denkansatz: Die Westumgehung und der unbezahlbare Westtunnel sind vom Tisch, weil der " gesamtstädtische und überörtliche Durchgangsverkehr keine Rolle spielt", wie ein Ingenieurbüro aus Hannover festgestellt hat. Die neue Straße muss demnach vor allem den am Westerberg und in angrenzenden Stadtteilen entstehenden Verkehr aufnehmen und verteilen. Deshalb sind viele Knotenpunkte nötig. Tunnel und Umgehung waren als kreuzungsfreie Schnellstraßen gedacht.
Starke Entlastung
Das Ingenieurbüro hatte die Wirkung einer Entlastungsstraße auf den Verkehr am Westerberg untersucht und eine Prognose für das Jahr 2025 erstellt. Demnach würde die neue Straße täglich von 13 400 bis 16 500 Fahrzeugen befahren. Zum Vergleich: Über die Martinistraße rollen täglich 20 000 Autos, auf dem Wall sind es 30 000 bis 40 000.
Die größte Entlastung ergäbe sich für den Straßenzug von Mozartstraße über Lieneschweg und Händelstraße zur Gluckstraße. Die Zahl der Fahrzeuge (heute etwa 9000) würde sich mehr als halbieren. Auch die Straße Am Natruper Holz (heute 8500 Autos) würde " stark entlastet" werden, wie es in der Prognose heißt. Caprivistraße und Albrechtstraße hätten zehn Prozent weniger zu verkraften, die Lotter Straße etwa 20 Prozent und der Wall zehn Prozent.
Wichtig ist nach Meinung der Verkehrsexperten, dass die neue Straße mit dem heutigen Netz eng verknüpft wird. Deshalb schlagen sie Kreuzungen (Ampel oder Kreisverkehre) an der Natruper Straße, Sedanstraße, am Parkhotel, Klinikum und an der Rheiner Landstraße vor. Mit dem Bau der Entlastungsstraße müsste die heutige Westverbindung über Mozartstraße und Lieneschweg unterbrochen werden. Freie Fahrt sollten nur die Busse erhalten.
Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass die Vorteile der neuen Straße mehr Verkehrssicherheit und Gewinn an Wohnruhe höher zu bewerten sind als die Nachteile durch den Eingriff in die Landschaft. Die Verwaltung will auf dieser Grundlage weiter planen und braucht dazu mindestens 180 000 Euro. Die Entscheidung soll im Zuge der Haushaltsberatungen fallen, spätestens aber in der nächsten Ratssitzung am 24. März.
Die West-Straße schien 2006 schon endgültig beerdigt. Damals setzte die FDP einen Ratsbeschluss in diesem Tenor durch: Wenn bis Ende 2008 kein Finanzierungskonzept vorliegt, soll die Trasse für die Westumgehung oder den Westtunnel aus dem Flächennutzungsplan getilgt werden. Die aktuelle Planung widerspreche nicht dem Ratsbeschluss, sagt Stadtbaurat Wolfgang Griesert. Denn jetzt gehe es um eine Entlastungsstraße. Von Umgehung oder Tunnel spricht die Verwaltung nicht mehr.

Bildtext: Kosten der neuen Straße: etwa sieben Millionen Euro.

Kommentar

Weiter planen

Von Wilfried Hinrichs
Die Ratsmitglieder sind um ihre Aufgabe nicht zu beneiden. Sie müssen Vor- und Nachteile der neuen Straße abwägen. Aber gleichgültig, was sie höher bewerten, Kritik ist ihnen gewiss. Nur: Sie können einer grundsätzlichen Entscheidung nicht mehr ausweichen, die ihre Vor- und Vorvorgänger immer schön vor sich hergeschoben haben. Denn die potenziellen Käufer der ehemaligen Briten-Häuser erwarten zu Recht eine klare Aussage.
Es sind Zweifel erlaubt, ob eine schmale Stadtstraße den Anforderungen genügen wird. Auch die Feststellung, der Durchgangsverkehr spiele keine Rolle, scheint gewagt. Die Experten werden die Nachweise noch nachliefern müssen. Aber das sind keine K.-o.-Argumente, die den Plan schon jetzt zum Scheitern verurteilen.
Mit dem Entwurf liegt erstmals ein realisierbarer Plan auf dem Tisch, der die Einschnitte auf ein geringes Maß begrenzt, den Verkehr zu entflechten hilft und mit etwa sieben Millionen Euro finanziell im Rahmen bleibt. Auf dieser Grundlage kann die Stadt weiter planen.
w.hinrichs@ neue-oz.de
Autor:
hin


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