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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Dringend neue Pächter gesucht
Zwischenüberschrift:
Der Kleingartenverein "Deutsche Scholle" hat 40 Grundstücke zu vergeben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Emil Zuleia macht sich Sorgen. Dem Vorstandsmitglied des Kleingartenvereins " Deutsche Scholle" in der Wüste gehen die Mitglieder aus. Um die 40 Gärten auf dem rund 32 Hektar großen Gebiet sind zurzeit nicht belegt. Warum, weiß dabei eigentlich keiner so genau. Insgesamt gibt es mehr als 700 Parzellen.
schl Osnabrück. " Das größte Problem ist, dass uns das Geld aus der Pacht für die Gärten an anderer Stelle fehlt", sagt Zuleia, der in seiner Funktion als Kassenwart die Einnahmen lieber für andere Dinge ausgeben würde als für die leer stehenden Gärten. Außerdem würden viele potenzielle Interessenten durch falsche Behauptungen abgeschreckt. Immer wieder heißt es, dass in einem organisierten Kleingartenverein besonders viel Gemeinschaftsarbeit zu erledigen sei. Dabei steht in der Vereinssatzung, dass sich jedes Mitglied lediglich acht Stunden im Jahr an gemeinnützigen Dingen wie dem Schneiden der Hecken oder dem Reinigen der Gräben beteiligen soll. " Das ist ja nun wirklich nicht zu viel verlangt", meint Zuleia.
Ansonsten hat ein Kleingärtner nicht allzu viele Pflichten in seinem Reich. Natürlich achten die Mitglieder der Deutschen Scholle darauf, dass ihre Gärten einigermaßen ordentlich sind und die Hecken beispielsweise nicht zu hoch wachsen. Die Zeiten, in denen auf jedem Grundstück ein Stein neben dem anderen liegt und der Rasen nur mit der Nagelschere geschnitten wird, sind aber längst vorbei. Auch bei der Bepflanzung haben sich die Vorschriften gelockert. Lediglich Pflanzen, die mehr als dreieinhalb Meter hoch sind, und Illegales wie Hasch sind verboten. Die Aufteilung der Gärten bleibt den Pächtern überlassen, starre Vorschriften sind auch bei Kleingärtnern einfach nicht mehr zeitgemäß.
Die Kosten können nach Meinung Emil Zuleias nicht der Grund für den Leerstand der Gärten sein. Der Quadratmeterpreis bei der Deutschen Scholle liegt bei 21 Cent, hochgerechnet auf die durchschnittliche Grundstücksfläche von 350 bis 400 Quadratmetern ergibt sich ein Preis von rund 80 Euro. Hinzu kommen der Vereinsbeitrag sowie die freiwillige Brand- und Einbruchversicherung, sodass sich ein Preis von rund 160 Euro ergibt. Das Ganze dann wohlgemerkt nicht im Monat, sondern für ein ganzes Jahr.
Zurzeit starten die Gärtner langsam mit den Vorbereitungen auf den Frühling. Die Böden werden demnächst aufgelockert, das erste Saatgut ausgebracht. Außerdem bietet der Verein eine Schulung zum Obstbaumschnitt an. Da die Gemeinschaft unter den Kleingärtnern in den vergangenen Jahren immer schwächer geworden ist, gibt es in Zusammenarbeit mit dem neuen Wirt der Vereinsgaststätte immer wieder Aktionen wie das " Schollenfest" im September.
Und wen wünscht sich der erfahrene Kleingärtner als neue Pächter für die zunehmend verwilderten Gärten? " Im Prinzip suchen wir jeden, der Freude am Kleingarten hat, diesen einigermaßen in Ordnung hält und sich hin und wieder in die Gemeinschaft einbringt", sagt Emil Zuleia. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Einzelpersonen, Paare, Familien oder auch Gruppen handelt. Bei Interesse könnte man sich bei der Deutschen Scholle auch vorstellen, dass eine Schule einen Garten übernimmt und bewirtschaftet.

Bildtext: Seit einiger Zeit ungenutzt und deshalb auch entsprechend verwildert sind inzwischen etliche Parzellen auf dem Kleingartengelände zwischen Limberger Straße und der Eisenbahn im Stadtteil Wüste. Foto: Elvira Parton
Autor:
schl


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