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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lift erleichtert Zugfahren mit Rollstuhl
Zwischenüberschrift:
Service der privaten Westfalenbahn
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ein paar Zentimeter machen einen großen Unterschied. Zum Beispiel beim Ein- und Aussteigen in einen Zug. Während " gewöhnliche" Fußgänger sich über die Kluft zwischen Bahnsteig und Zug keine Gedanken machen, stellt sie für Rollstuhlfahrer und andere Gehbehinderte ein schier unüberwindbares Hindernis dar. Dass es auch anders geht, demonstrierten jetzt die Westfalenbahn und das Bildungs- und Freizeitwerk Osnabrück (Bufo).
Wer früher mit dem Zug von A nach B wollte, dem boten sich steile Stufen und enge Türen zu schmal für Rollstühle. Ganz barrierefrei ist das Reisen zwar auch heute noch nicht, doch ein Anfang ist gemacht. " Jeder unserer Züge hat mindestens einen eingebauten Lift", erläuterte Westfalenbahn-Geschäftsführer Rainer Blüm der 13-köpfigen Gruppe aus Rollstuhlfahrern und deren Begleitern der Osnabrücker Werkstätten.
Damit sind Ein- und Ausstieg auch für Rollstuhlfahrer leicht zu bewerkstelligen. Zwar nicht völlig selbstständig, aber mithilfe eines Mitarbeiters des privaten Bahnunternehmens. Und zwar innerhalb weniger Minuten, wie Kundenbetreuer Martin Sölter auf der Fahrt von Osnabrück nach Münster demonstrierte.
Und einen hilfreichen Mitarbeiter gebe es eigentlich immer, betonen Blüm und Sölter. Auf jeden Fall dann, wenn die Fahrt zuvor telefonisch bei der Mobilitätszentrale angemeldet werde. Offiziell müsse dies vier Tage im Voraus geschehen. Bei einem Anruf direkt bei der Westfalenbahn sei die Vorlaufzeit nicht so lang, so Blüm. Aber auch einer spontanen Reise stehe nichts im Wege, sagt Sölter. Denn in mehr als 60 Prozent der Züge sei ein Zugbegleiter an Bord, in Tagesrandverbindungen sogar in fast 90 Prozent. " Und sonst hilft der Triebwagenführer", verspricht der Chef der Westfalenbahn.
Auch im Zug sei die Fahrt für Gehbehinderte komfortabel, so Kundenbetreuer Sölter. In den Mehrzweckbereichen sei reichlich Platz für Rollstühle. Darüber hinaus hat jeder Zug der Westfalenbahn eine behindertengerechte Toilette an Bord.
Ein Angebot, das nicht nur Anke Niemeier zu schätzen weiß. " In den letzten Jahren hat sich wirklich viel zum Positiven geändert", so die 33-jährige Rollstuhlfahrerin. Bahnfahren sei wesentlich komfortabler geworden. Vor allem im Winter. Denn im Sommer müssten sich die Rollstuhlfahrer den Platz im Zug mit den Fahrradfahrern teilen, " und dann wird es eng."
Der behindertengerechte Ausbau der Züge sei aber nur ein Aspekt, so Niemeier. Nachholbedarf gebe es aber weiterhin auf den Bahnhöfen. Mit den Fahrstühlen auf dem Osnabrücker Hauptbahnhof sei vieles besser geworden, freut sich Niemeier: " Darauf haben wir auch jahrelang gewartet. Vorher war der Weg auf den Bahnsteig eine echte Odyssee." Nun hofft Niemeier wie alle anderen Rollstuhlfahrer darauf, dass auch andere Bahnhöfe barrierefrei umgebaut werden. Zum Beispiel der in Münster. In der nordrhein-westfälischen Nachbarstadt muss die Gruppe auf ihrem Weg aus dem Bahnhof mit einem abseits gelegenen Lastenaufzug vorliebnehmen.
Überhaupt gebe es noch viel zu viele Hindernisse für Rollstuhlfahrer. Zum Beispiel beim Busfahren. Zwar sei Ein- und Aussteigen in die absenkbaren Busse einfacher geworden. " Aber der Neumarkt ist viel zu klein. Die Busse halten oft in zweiter Reihe, und dann hilft auch das Absenken nichts", ärgert sich Katrin Achberger, die ebenfalls auf den Rollstuhl angewiesen ist.
Problematisch seien auch Restaurantbesuche. In ganz Osnabrück gebe es nur drei barrierefreie Kneipen, so Achberger: " Ich frage mich immer wieder, warum in den meisten Kneipen die Toiletten im Keller sind."

Bildtext: Eine schwenkbare Rampe hilft Rollstuhlfahrern (im Bild Anke Niemeier) beim Ein- und Aussteigen. Die private Westfalenbahn bietet diesen Service seit Kurzem in allen Zugverbindungen an. Foto: Jörn Martens
Ganz ohne Hilfe funktioniert der Lift der Westfalenbahn nicht. Kundenbetreuer Martin Sölter demonstriert die Technik. Schaubilder an den Zügen weisen auf den Mobilitäts-Service hin.
Autor:
Sven Lampe


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