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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bombe: Das Land will nicht zahlen
Zwischenüberschrift:
Kaputtes Haus ist repariert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Das Bombenloch ist zugeschüttet, die Wände stehen, und sogar das Dach ist fertig. Schneller als erwartet haben die Handwerker das Haus am Lieneschweg wiederhergestellt. Aber das Land Niedersachsen weigert sich weiterhin, die Kosten zuübernehmen, die den Eigentümern im Zusammenhang mit der Bombenräumung entstanden sind.
Von Rainer Lahmann-Lammert
Osnabrück. Vor einem Monat barg der Kampfmittelbeseitigungsdienst unter dem Haus der Allianz-Generalvertretung einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Um an die Fliegerbombe heranzukommen, musste kurzfristig ein Teil des Anbaus abgerissen und anschließend wiederaufgebaut werden. Die Kosten dafür soll nach einem Erlass des Landes von 1995 der Eigentümer zahlen.
Für solche Kriegslasten müsse doch der Staat aufkommen, empörte sich Martin Niemann, Mitinhaber der Versicherungsagentur, die ihren Sitz in dem Haus hat. Nach seiner Kenntnis werden vergleichbare Kosten in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern aus der Staatskasse gezahlt.
Anfang Januar ging das Beispiel Lieneschweg 91a bundesweit durch die Presse. Von vielen Seiten bekam die Eigentümergemeinschaft Zuspruch. Medien löcherten das Innenministerium mit der Frage, warum sich das Land nicht zu einer Härtefallregelung durchringe. Doch aus Hannover kam auch gestern ein striktes Nein: " An der Lage hat sich nichts geändert", erklärte Frank Rasche, der Sprecher des Innenministeriums, gegenüber unserer Zeitung.
Martin Niemann hat auch Ministerpräsident Christian Wulff um Hilfe gebeten. Doch der stellte ihm zu seiner Überraschung kein Geld aus der Landeskasse, sondern aus dem Stadtsäckel in Aussicht. Wulff wünschte Niemann viel Erfolg bei seinen Verhandlungen mit der Stadt Osnabrück.
Eine gewisse Bereitschaft scheint es da mittlerweile zu geben. " Wir warten ab, bis alle Rechnungen vorliegen", erklärte gestern Jürgen Wiethäuper vom Fachbereich Bürger und Ordnung. Dann müssten die Gremien entscheiden. So lange wollen die Grünen nicht warten. Sie haben für die nächste Ratssitzung den Antrag gestellt, dass die Stadt die Kosten übernimmt, die den Privatleuten im Zusammenhang mit der Bombenräumung entstanden sind.
Eine gute Nachricht für die Eigentümergemeinschaft, die schon ein Hypothekendarlehn aufnehmen wollte, um die zunächst angepeilten 50 000 Euro zu finanzieren. Inzwischen zeichnet sich ab, dass für Abriss und Wiederaufbau nicht ganz so hohe Kosten entstehen werden. Doch auch eine schlechte Nachricht erreichte das Büro. Die Sondierungskosten, sagt Martin Niemann, " werden uns aufs Auge gedrückt". Wie viel Euro das sind, steht noch nicht fest. Aber er ahnt nichts Gutes: " Die haben hier eine Woche gebohrt!"

Bildtext: Der Anbau steht wieder: Unter diesem Gebäudeteil wurde vor einem Monat die Bombe geborgen. Martin Niemann, Michael Beckmann und Karlheinz Beckmann (von links) hoffen, dass sie nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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