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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der schiefe Turm vom Hoffmeyerplatz
Zwischenüberschrift:
Relikt aus dem Krieg ist nicht kleinzukriegen – Abriss zu teuer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Umgestaltungsarbeiten, gepaart mit den kahlen Bäumen im Winter haben am Hoffmeyerplatz ein Bauwerk wieder voll ins Blickfeld gerückt. Hier steht nach wie vor ein Luftschutzturm aus der Kriegszeit. Aus Kostengründen will die Stadt den schiefen Bunker nicht entfernen. Dabei war schon vor rund 60 Jahren ein Abriss vorgesehen der dann nicht funktionierte.
Drei Geschosse hat der Turm, der neben einer Seifenfabrik errichtet worden war. Osnabrück galt als " luftgefährdeter Ort ersten Grades". Zehn Türme dieser Art sollten daher in der Hasestadt für Sicherheit sorgen, aber nur an vier Orten wurden die Arbeiten begonnen und in gerade zwei Fällen abgeschlossen. Unvollendet blieben die Luftschutztürme an der Kiebitzheide und im Bereich Wittekindstraße/ Möserstraße. Realisiert wurden sie am Hauptbahnhof und eben am Hoffmeyerplatz.
Schutz für 220 Menschen soll das Gebäude geboten haben eine Zahl, die Hermann Bröcker für unwahrscheinlich hält. Als Junge hatte er nach dem Krieg auf den Rasenflächen des Hoffmeyerplatzes Fußball gespielt und dabei den damals noch unversperrten Bunker erkundet. Zwar sehe das Gebäude von außen raumgreifend aus. Doch die Mauern seien so gewaltig gewesen, dass im Innern erstaunlich wenig Platz geblieben sei, sagt Bröcker, dessen Vater Hermann Bröcker senior 1933 die Bäckerei an der Rehmstraße eröffnet hatte.
Nach dem Krieg versuchte die britische Armee, das Bauwerk zu sprengen. 1947 oder 1948 könnte dies gewesen sein, meint Hermann Bröcker junior. Wie der noch existierende Bunker zeigt, blieb es beim Versuch. Doch die Explosionen haben dafür gesorgt, dass der Bunker so windschief in der Gegend steht. Durch die Sprengung wurde der Luftschutzturm im Innern zudem großflächig verwüstet, Teile des Treppenhauses sind aber noch erkennbar. Wie sich Hermann Bröcker erinnert, mussten die Anlieger zum Zeitpunkt der Sprengung die Fenster ihrer Häuser öffnen, damit die Scheiben nicht heraussprangen. Dummerweise war dies bei den Fenstern der Seifenfabrik nicht möglich, sodass dort reichlich Scherben zu beklagen waren.
Im Zuge der Umgestaltung des Hoffmeyerplatzes wurde nun erneut der Abriss erwogen und auch ein Angebot eingeholt. Doch die darin ausgewiesenen 60 000 Euro waren der Stadt zu viel. Die Zuständigkeit für den Bunker liegt nicht wie bei anderen Bauwerken aus der Kriegszeit beim Bund. Unterlagen über den Luftschutzturm liegen der Verwaltung allerdings nicht vor. So ist dort auch nicht der genaue Zeitpunkt der Entstehung bekannt.
Derzeit wird abgestimmt wie auch für andere Liegenschaften der Stadt –, welcher Teil der Verwaltung künftig für die Unterhaltung des Bunkers zuständig sein wird. Hier stellt sich nun die Frage, ob der Eigenbetrieb Grünflächen und Friedhöfe oder der Eigenbetrieb Immobilien die Aufgabe übernehmen wird. Zuletzt hatten Mitarbeiter des Eigenbetriebs Grünflächen und Friedhöfe einige lose Stellen am Dach beseitigt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Dennoch ist offen, wie die Entscheidung ausfallen wird. Zu vermuten ist, dass sich niemand um die Zuständigkeit reißen wird. Schließlich ist die Unterhaltung mit einigen Kosten verbunden.

Bildtext: Durch die kahlen Bäume besser zu erkennen: der Luftschutzturm aus dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Jörn Martens
Autor:
hmd


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