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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bomben könnten Häuser beschädigen
Zwischenüberschrift:
Trotz einer der größten Räumungsaktionen gibt es keine Garantie für ein bombenfreies Gebiet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Sprengmeister Thomas Gesk bereitet sich auf ein arbeitsreiches Wochenende vor: Am kommenden Sonntag will er im Bereich Hafen/ Westerberg fünf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärfen. Bereits seit dem Sommer laufen die Vorbereitungen. Und trotzdem kann der Sprengmeister nicht garantieren, dass das Gebiet danach bombenfrei ist.
Die Vorbereitungen sind gigantisch: Mindestens 1000 Einsatzkräfte von Polizei, Technischem Hilfswerk und Feuerwehr sorgen dafür, dass am Sonntag das Gebiet um die Klinik menschenleer sein wird. Das ist die größte Evakuierung in Osnabrück seit mindestens zehn Jahren, sagt Jürgen Wiethäuper, städtischer Koordinator für die Bombenräumung. 15 000 Osnabrücker müssen für einen Tag ihre Wohnungen verlassen. Die fünf Gründe dafür liegen zwischen 70 Zentimeter und 5, 80 Meter unter der Grasnarbe: vermutliche britische Fliegerbomben.
Einen Monat hatte ein Spezialist Luftbilder aus den letzten Tagen des Krieges ausgewertet, um Blindgänger zu orten. " Nach der ersten Analyse hatten wir 190 Verdachtspunkte in einem Gebiet, das sich 1, 2 Kilometer um das Klinikum erstreckt", bilanziert Gesk.
Dann folgte die Arbeit vor Ort: Vorsichtig bohrten die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes um jeden Verdachtspunkt 25 Bohrer jeweils acht Meter in die Tiefe und bewerteten die Stelle. In fünf der 190 Verdachtspunkte hat sich die Vermutung erhärtet, so Gesk: Dort liegen offensichtlich noch immer nicht explodierte Bomben. Die Entschärfung von fünf Blindgängern an einem Tag ist auch für den erfahrenen Kampfmittel-Spezialisten nicht alltäglich. Thomas Gesk sieht seiner Aufgabe aber gelassen entgegen. " Wir wissen erst am Sonntagmorgen, ob da überhaupt Bomben sind." Es wäre nicht das erste Mal, dass sich eine vermeintliche Weltkriegsbombe beim Ausgraben als altes Ofenrohr herausstellt. Derzeit geht der Sprengmeister aber davon aus, dass die fünf Grabungen auch zu Bomben führen.
Liegen sie erst mal frei, braucht Gesk volle Konzentration: Am gefährlichsten sind Blindgänger mit sogenanntem Langzeitzünder. " Die explodieren erst zwischen einer und 144 Stunden nach dem Abwurf", sagt Gesk. Besonders tückisch: " Sie sollten damals erst während der Aufräumarbeiten explodieren." Der Transport mit diesen Zündern sei zu gefährlich. Deshalb würden solche Bomben vor Ort gesprengt. Benachbarte Häuser könnten dann allerdings stark beschädigt werden, weiß Gesk.
" Wir rechnen pro Bombenentschärfung mit einer Stunde", schätzt Polizeisprecher Jens Jantos. Wenn alles gut läuft, können die Bewohner gegen Abend in ihre Häuser zurückkehren.
Es gibt keine Garantie
Trotz des riesigen Aufwands: Eine Garantie, dass das Gebiet im Anschluss bombenfrei ist, gibt′s selbst vom Sprengmeister nicht. Manche Bomben sind einfach nicht zu finden: Wenn zum Beispiel in den letzten Kriegstagen ein Bombeneinschlag den kleineren Krater eines Blindgängers überdeckt, bleibt der auf den Luftbildern unsichtbar.
Für die Räumung der fünf Bomben muss der Steuerzahler voraussichtlich tief in die Tasche greifen. " Die genauen Kosten sind derzeit noch nicht absehbar", erklärt Jürgen Wiethäuper. Angesichts des enormen Personalaufgebots halten sich die Kosten für die Stadtkasse aber im Rahmen: knapp 100 000 Euro. Die restliche Summe teilen sich das Land und die betroffenen Krankenhäuser.
Das Ende der Evakuierung ist nach Bekanntgabe durch die Polizei im Internet unter www.neue-oz.de nachzulesen. Außerdem wird es über den Verkehrsfunk bekannnt gegeben.

Bildtext: Sprengmeister Thomas Gesk bereitet sich auf die Entschärfung von fünf Weltkriegsbomben am kommenden Sonntag vor. Hier steht er vor einem der fünf Grabungslöcher, in denen die Bomben vermutet werden. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Stefan Prinz


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