User Online: 1 | Timeout: 13:09Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Vom Bischof gab′s einen Geldschein
Zwischenüberschrift:
Hunderte Osnabrücker beim Weihnachtsfest in der Wärmestube
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Bei der Weihnachtsfeier für Wohnungslose und Bedürftige in der Wärmestube wurde ein trauriger Rekord verzeichnet: Mit mehr als 105 Kindern saßen diesmal mehr junge Menschen als jemals zuvor bei der traditionellen Feier in der Hilfsstelle für Wohnungslose.
Insgesamt kamen am Heiligen Abend 470 Osnabrücker zu dem Fest an der Bramscher Straße. Damit lag die Gesamtzahl der Besucher wieder auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre. Die Bedürftigen bekamen unter anderem ein kostenloses Essen und wurden später mit gespendeten Päckchen beschenkt.
" Hier geht es nicht nur um wirtschaftliche Not, sondern auch um viele andere Nöte, die nichts mit Geld zu tun haben", sagte Generalvikar Theo Paul. Er half zum wiederholten Male bei der Feier in der von Schwestern des Thuiner Franziskanerinnenordens geleiteten Einrichtung. Bischof Franz-Josef Bode war zum ersten Mal nicht mit dabei: Er feierte an diesem Abend die Christmette in Twistringen (bei Bremen), die im Fernsehen übertragen wurde. Im nächsten Jahr wollen der Bischof und der Generalvikar am Weihnachtsabend die Wärmestube und das Laurentiushaus eine Unterkunftsstätte für ehemalige Wohnungslose aber wieder gemeinsam besuchen.
Die Weihnachtsfeier in der Wärmstube begann traditionell mit einer Messe, die von Theo Paul unter freiem Himmel vor einer großen Krippe auf dem Außengelände gelesen wurde. Danach nahmen die Gäste ihre Plätze an den festlich gedeckten Tischen ein, es wurden Weihnachtslieder gesungen und anschließend das Essen serviert.
Auf dem Speisezettel standen Schnitzel, Wiener Würstchen, Nudel- und Kartoffelsalat sowie Kuchen. Auch auf die mittlerweile zahlreichen nicht christlichen Gäste, die kein Schweinefleisch essen, hatte sich die Küche mit Hähnchenschnitzeln eingestellt. Es sind jeweils etwa 70 bis 100 Nichtchristen, meist Muslime, die am Heiligen Abend in der Wärmestube feiern. " Nach der Konfession fragen wir natürlich nicht", so Hilfsstellenleiterin Schwester Clemensa.
Die Bescherung bildete schließlich das krönende Finale der Weihnachtsfeier. Keine Frage, dass es die vielen Kinder ab einem Alter von wenigen Monaten kaum abwarten konnten.
Zunächst verteilte Theo Paul, der auch zuvor beim Servieren der Speisen geholfen hatte, einen Umschlag mit einem Brief des Bischofs und einem Geldschein darin. Außerdem wurden Geschenktüten ausgegeben. Schüler der Ursulaschule, des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums und andere Spender hatten wieder Pakete für die Bedürftigen geschnürt, speziell für Kinder und Erwachsene. Die Gäste konnten die Präsente beim Verlassen der Wärmestube mitnehmen. Vor den Gabentischen bildeten sich diesmal lange Schlangen. Viele der Bedürftigen haben kein Geld für Geschenke.
Neben den Schwestern, die ständig in der Wärmestube arbeiten, waren 27 Freiwillige an der Feier beteiligt, um den Bedürftigen ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren. Statt den Heiligen Abend im Kreise ihrer Lieben zu verbringen, haben sie sich in der Wärmestube an den Herd gestellt, Tische gedeckt, das Essen serviert, anschließend abgeräumt und in der Küche " Klarschiff" gemacht.
Einige von ihnen waren vom frühen Morgen bis zum späten Abend dabei. Die Jüngste im Kreis der Helfer war die 15-Jährige Lea Brinker aus Bad Iburg. Sie verzichtete auf einen Festabend mit ihren Eltern und der Schwester. " Ich finde es gut, dass Leute, die weniger Geld haben oder nicht allein sein wollen, Weihnachten hierher kommen können", sagte die Realschülerin. " Außerdem ist Weihnachten ja auch das Fest des Mitgefühls", ergänzte sie noch. Da müsse man nicht nur an sich denken, sondern auch an Menschen, denen es nicht so gut geht.

Bildtext: Umschlag mit Bischofsbrief und Geldschein: Generalvikar Theo Paul ging durch die Reihen, wünschte jedem ein schönes Weihnachtsfest und überreichte den Gruß vom Bischof. Der jüngste Gast der Feier war erst einige Monate alt. Fotos: Jens Lintel

Bescherung: Ausgabe der Geschenktüten bei der Weihnachtsfeier in der Wärmestube.
Autor:
Jens Lintel


Anfang der Liste Ende der Liste