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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Weihnachtlich glänzet der Nikolaiort
Zwischenüberschrift:
1956 mit Spuren des Krieges
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mit seiner Fotokamera hat Georg Bosselmann in den 1950er-Jahren Signale des Aufschwungs in Osnabrück festgehalten. Auf seiner Fotografie vom Nikolaiort aus dem Jahr 1956 sind noch Spuren des Krieges zu sehen.
Auf der Nachtaufnahme fällt die weihnachtliche Dekoration ins Auge. Eine Lichterkette rankt sich zwischen den Häusern, Tannenbäume und Girlanden mit Lichtern und Zweigen schmücken die Geschäfte in der Herrenteichsstraße.
Auf der linken Seite der Fotografie ist im Halbdunkel eine unverputzte Mauer zu erkennen. Vor dem Zweiten Weltkrieg stand hier, am Nikolaiort 1–2, das Gösling′sche Haus, das nach der Firma C. G. Gösling Söhne benannt war. Hier gab es Nähmaschinen, Zigarren und Lederwaren. 1910 hatte in der ersten Etage des Hauses das Kaiser-Café eröffnet, das bis zum Zweiten Weltkrieg mit seinem Tanzorchester und Kabarettaufführungen ein gefragter Treffpunkt der Osnabrücker war.
Das Haus, das heute auf dem Grundstück am Nikolaiort steht, ist der Architektur des Gösling′schen Hauses nachempfunden. Zwischenzeitlich war hier ein nüchterner Bau errichtet worden, der von Fensterbändern geprägt war. In den 70er-Jahren zog das Sportfachgeschäft Gleixner ein, das 1996 an die Pagenstecherstraße wechselte. Die Idee, hier eine Markthalle zu etablieren, ging nicht auf. Auch die Kosmetikkette Sephora zog nach einem kurzen Intermezzo wieder aus. Heute bietet ein Schnellrestaurant hier Bulettenbrötchen und Pommesfrites an.
Damals wie heute befanden sich in der Herrenteichsstraße Cafés und Geschäfte. Das Möbelhaus Lahrmann gibt es heute nicht mehr, einige Schritte hinter dem Haus wurde dieses Jahr ein großes Parkhaus errichtet.
Zum Zeitpunkt der historischen Aufnahme fuhr durch die enge Herrenteichsstraße die Linie 1 der Elektrischen. Eine Arkaden-Fassade bot den Fußgängern in der engen Straße Platz. Als die Zeit der Straßenbahn in Osnabrück 1960 endete, wurden die Arkaden in eine große Schaufensterfront umgebaut, hinter der heute ein Herrenausstatter Hemden, Hosen, Jacken und Schuhe verkauft.
In dem Haus befinden sich die Hirschapotheke und Arztpraxen. Das Gebäude ist das einzige am Nikolaiort, das an frühere Zeiten erinnert. Errichtet wurde es 1797/ 98 von Georg Heinrich Hollenberg für den Apotheker Meyer. Mit seinen Sandsteinquadern, dem markanten Mittelrisalit und dem Frontispiz zählt das auffällige Haus zu den Hauptwerken des Klassizismus der Stadt.
Die Fotografie von 1956 ist bis zum 3. Mai in der Ausstellung " Es geht aufwärts" zu sehen, die im Museum Industriekultur, Fürstenauer Weg 171, Bilder von Georg Bosselmann (1914 bis 1983) zeigt. Ein Taschenkalender zur Ausstellung ist für zehn Euro im Buchhandel und im Museum erhältlich.

Bildtext: Weihnachtlich beleuchtet war der Nikolaiort 1956. Damals zeugte die unverputzte Wand auf der linken Bildhälfte noch vom Zweiten Weltkrieg. Foto: Georg Bosselmann/ Museum Industriekultur

Nur die Hirschapotheke auf der rechten Bildhälfte zeugt noch von früher. Foto: Westdörp
Autor:
Marie-Luise Braun


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