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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Verwandeltes Kriegerdenkmal
Zwischenüberschrift:
Die Säule am Straßburger Platz zierte einst eine bronzene Germania-Statue
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Früher gab′s kaum Autos. Dies scheint der einzige Unterschied zwischen den Bildern der heutigen Zeitreise zu sein. Doch bei genauerer Betrachtung ist ein kleiner, feiner Unterschied auszumachen.
Der betrifft das Denkmal in der Mitte des Straßburger Platzes, auf den die Fotografen ihr Objektiv gerichtet haben. Der Blick geht, von der Lotter Straße kommend, die Voigts-Rhetz-Straße entlang in Richtung " Kriegerdenkmal", wie es auf der historischen Postkarte vermerkt ist. Aufgenommen ist das Motiv um 1929, als Autos noch weitaus weniger die Straßen bevölkerten als heute.
Der kleine Unterschied betrifft die Figur auf dem Denkmal, das 1880 auf dem Neumarkt aufgestellt worden war. Es sollte an die Soldaten erinnern, die im Deutsch-Französischen Krieg der Jahre 1870/ 71 gefallen waren. Stadtbaumeister Hackländer hatte die korinthische Säule auf einem Postament aus Sandstein entworfen.
Das Denkmal war ein Jahr vor der historischen Aufnahme passenderweise an den Straßburger Platz verlegt worden. Mit dem Bau der Straßenbahn 1906 wurde der Neumarkt zum Zentrum des städtischen Verkehrs. Zwei Linien der Elektrischen kreuzten den Platz. Der Verkehr wurde so lebhaft, dass der Wochenmarkt, der vor dem Landgericht seinen Platz hatte, an den Ledenhof verlegt wurde. Die Germania, die den Platz in der Mitte geziert hatte, wurde zum Hindernis, deshalb abgebaut und später am Straßburger Platz wieder aufgestellt.
Der Platz liegt in einem Viertel am Westerberg, dessen Straßennamen an die Generäle des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/ 71 und ihre Schlachtfelder erinnern wie von Moltke, Blumenthal, Sedan oder eben Voigts-Rhetz. Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz (1809 bis 1877) war ein preußischer General der Infanterie, der während des Krieges das X. Armee-Korps führte.
Das Viertel wurde auf den ehemaligen Gärten der Heger Laischaft errichtet. Das Gartengebiet verlief nördlich der Lotter Straße zwischen Weißenburger Straße, Bismarck- und Albrechtstraße. Ein Bebauungsplan für das Gebiet wurde 1872 aufgestellt und ist bemerkenswert, da er sich von dem üblichen Rasterschema der Stadt abhob. Das Straßensystem ordnet sich in dem Viertel sternförmig um zwei zentrale Plätze an den Straßburger Platz und den Belfortplatz.
Die bronzene Germania-Figur wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. 2003 hatten 20 Schülerinnen des Ratsgymnasiums Entwürfe für die Säule erarbeitet, die seither ein Symbol der Freundschaft ziert.

Bildtext: Kaum verändert wirkt die Bebauung an der Voigts-Rhetz Straße am Westerberg heute. Foto: Gert Westdörp

Seit 1928 steht das Denkmal " Germania" am Straßburger Platz. Die Ansichtskarte stammt aus der Sammlung von Helmut Riecken, Osnabrück.
Autor:
Marie-Luise Braun


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