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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zeitungsabo für 35 Pfennig im Monat
Zwischenüberschrift:
Dezember 1908: In Osnabrück waren 400 Menschen arbeitslos, aber Arbeit gab es genug
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Vor 100 Jahren fiel der Beschluss, die Straßenbahn bis zum Schölerberg zu verlängern. Besonders an Sonn- und Feiertagen erfreute sich die Iburger Straße eines hohen Verkehrsaufkommens. Auch vom kaufmännischen Gesichtspunkt stand der Erweiterung nach Süden nichts im Wege.
An der Ecke Rehmstraße/ Lange Straße entstand im Dezember ein neuer Gemeinschaftssaal der landeskirchlichen Gemeinschaft, der feierlich seiner Bestimmung übergeben wurde. Unter Leitung eines Predigers aus Velbert fand danach eine Evangelisationsversammlung statt.
Der Dezember war die Zeit der Holzauktionen. Waldbesitzer inserierten in den Tageszeitungen und boten den Bäckern dickes Buchenholz an. " Meliertes" Buchenholz wurde zum Brennen in Privathaushalten genutzt. Aus Erlen und Birken entstanden Holzschuhe. Aus Tannen und Eichen wurden Bretter und Grubenholz gefertigt.
Ein pensionierter Lehrer bot per Kleinanzeige Latein-Nachhilfe für die Sexta b an. Dafür verlangte er eine Mark pro Stunde. Für diesen Preis konnte man vier Meter Hemdentuch erwerben oder einen der besten Plätze beim Schau- und Preisringen im Bierpalast. Ein Zeitungsabonnement des Osnabrücker Tageblattes kostete damals 35 Pfennig im Monat.
Der Eisenbahnrat in Oldenburg stritt um dichtere und frühere Eisenbahntakte. Die Frühzüge von Vechta nach Neuenkirchen und Hesepe mit Anschluss an die Bahn von Quakenbrück nach Osnabrück wurden zur allgemeinen Zufriedenheit genehmigt, ebenso ein fünftes Schnellzugpaar zwischen Osnabrück und Oldenburg. Ein zusätzlicher Zug über Rheine nach Amsterdam fand dagegen keine Zustimmung der Behörden.
In den internationalen Zügen reisten immer mehr Menschen, die kaum oder gar nicht Deutsch sprachen. Die meisten deutschen Schaffner beherrschten aber keine Fremdsprache. So erging im Dezember 1908 ein Erlass, dass in jedem internationalen Zug wenigstens ein Schaffner sein musste, der Englisch oder Französisch fließend beherrschte. Für den Fall, dass sich nicht genügend kundige Schaffner fänden, sollten " intelligenten" Bahnmitarbeitern systematisch Sprachkenntnisse vermittelt werden.
An die 400 Menschen in Osnabrück waren im Dezember 1908 arbeitslos. Ein Teil der Arbeitslosen traf sich auf Geheiß der Gewerkschaften, um eine gemeinsame Vorgehensweise zu besprechen. Da Arbeit genug vorhanden war, besonders durch die Bauarbeiten für den Güterbahnhof im Fledder, war auch der Magistrat entschlossen, den Beschäftigungslosen zu helfen. Die Versammelten wandten sich auch an die Arbeitgeber, welche bei Auftragsmangel lieber die Arbeitszeit verkürzen sollten, statt Kollegen zu entlassen.
Bei einem vorweihnachtlichen Vortrag im Historischen Verein schaffte Kreisbauinspektor Dr. Jänicke ein Missverständnis aus der Welt. Er klärte seine Zuhörer darüber auf, dass das Mansardenhaus Hakenstraße 8a nie der Wohnsitz von Justus Möser gewesen sei. Bei seinem Aktenstudium hatte Jänicke herausgefunden, wem das Gebäude gehört hatte, das dem Carolinum als Knabenkonvikt diente. Es war der Vizekanzleidirektor und Rat Dr. Gruner, dessen Wappen auch noch über der doppelläufigen Treppe zu finden war.
Im 89. Lebensjahr verstarb ein Dienstmädchen, das " ihrer" Familie bis zuletzt und damit ganze 75 Jahre lang gedient hatte. " Meyer′s Hanne", wie sie genannt wurde, hatte ihre Herrschaft über Generationen begleitet.
Der Weihnachtsmarkt fand vom 19. bis zum 24. Dezember auf der Großen Domsfreiheit statt. Erst am Tag zuvor wurden den Gewerbetreibenden die Plätze zugeteilt. Zugelassen waren nur Kurzwaren, Bäcker- und Konditoreischleckereien sowie Spielzeug.
Ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art erhielt die Gemeinde der neu erbauten Lutherkirche. Die Firma Kromschröder stiftete der Gemeinde alle drei Glocken. Der hocherfreute und dankbare Kirchenvorstand suchte nun nur noch Spender für die Uhr und die Orgel.

Bildtext: Hier wohnte nicht Justus Möser: Kreisbauinspektor Jänicke räumte vor 100 Jahren mit einem Missverständnis auf. Das Foto zeigt das Haus Gruner an der Hakenstraße 8a. Über der Tür ist das Gruner′sche Wappen zu erkennen.
Autor:
Christiana Keller


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