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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Vom Arme-Leute-Essen zur Rarität: Kabeljau und Co. bald unbezahlbar?
Zwischenüberschrift:
Schwimmende Fischfabriken räumen die Weltmeere aus und rotten zahlreiche Arten aus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Bei einem Gang über den Wochenmarkt fallen die ungewöhnlich hohen Fischpreise auf wie zum Beispiel Kabeljau 17, 70 Euro pro Kilogramm, Heilbutt 17, 70 Euro/ kg und Thunfisch 29 Euro/ kg. Je höher die Fischpreise steigen, desto mehr wird der Fisch zu einer Delikatesse.
Ein Fischhändler auf dem Osnabrücker Wochenmarkt sagte, dass zum Beispiel Thunfisch lebend gefangen wird, anschließend in Zuchtbecken gehalten und mit wertvollen Fischen gemästet wird. Während des Zweiten Weltkrieges machte die industrielle Fischerei eine Zwangspause, sodass es anschließend Fisch in Hülle und Fülle gab. 1950 glaubte man noch, dass das Meer die Ernährung der Menschen auf Dauer sichern würde. Also wurden immer modernere Fangschiffe mit immer größeren Reichweiten und kilometerlangen Netzen entwickelt und auf die Weltmeere geschickt. Die schwimmenden Fabriken (Trawler) schleppen ihr Netz über den Meeresgrund und lassen den Fischen, ob jung oder alt, keine Chance, weil die Maschen zu eng sind. Die Schiffe sind oft wochenlang unterwegs, da sie moderne Kühl- und Konservenanlagen an Bord haben.
Heute fischt man mit GPS, 3-D-Sonargeräten und Satellitenverbindung selbst in schwierigen Fischgründen. Dadurch findet man große Fischschwärme mit tödlicher Präzision unter Wasser, umkreist sie und fängt sie bis aufs letzte Exemplar ein. Damit hat man in den letzten Jahrzehnten fast alle Speisefischbestände um 90 Prozent dezimiert. Die Nachfrage an Fisch ist so groß, dass die Altfische, die durch ihre Größe besonders viele Nachkommen zeugen können, und die Jungfische, die für das Ökosystem gut sind, mit ins Netz gehen. Die momentane Fangmenge liegt bei 80 Millionen Tonnen pro Jahr. Dabei sagen Experten (habe ich von Planet Wissen), dass man die Fischmenge auf 120 Millionen Tonnen pro Jahr steigern kann und der Fischbestand dabei noch wächst.
Es wird dabei die passende Stelle gesucht, aber immer wieder der Ort gewechselt, sodass die Fischgruppe nicht leer gefischt wird, indem die Fabriken die kleinen Fische herauswerfen und auch die Fische, die laichen. Denn momentan werden die Fische bis an die biologische Grenze befischt. Wissenschaftler von Greenpeace meinen, dass der Wandel irreparabel sei. Denn die Überfischung könnte die wohl größte Bedrohung der Umwelt sein.
In den letzten 50 Jahren wurden die Fische Thunfisch, Schwertfisch, Hai, Kabeljau, Heilbutt, Rochen und Flunder zu neun Zehntel leer gefischt. Eine Ursache der Überfischung ist auch, dass den Fischern die ökologischen Zusammenhänge nicht bewusst sind. Wenn die Fischer nicht anfingen, aus ihren Fehlern zu lernen, werde die Katastrophe ihren Lauf nehmen, meint Greenpeace. Noch am Anfang des 20. Ja hrhunderts schien der Fischreichtum unendlich, doch 2008 ist der Fisch ein kostbares Gut, das fast am Ende steht. " Fish and Chips", einst Essen der Armen, könnte bald fast unbezahlbar sein.
Autor:
Julian Heuer


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