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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
In einer Milliarde Jahren verdampfen die Ozeane
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Uni-Professorin beschreibt das allmähliche Verglühen unserer Sonne
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Sonne befindet sich mit ihren 4, 5 Milliarden Jahren im mittleren Lebensalter. Tief in ihrem Innern wird Wasserstoff zu Helium verschmolzen. Vier Wasserstoffkerne sind schwerer als der daraus entstehende Heliumkern. Der Überschuss wird in Energie umgewandelt. Diese Energie ist als Licht und Wärme der Motor allen Lebens auf der Erde.
Die heutige Sonne hat die Hälfte ihres Wasserstoffs verbrannt. Der Rest dürfte weitere sechs Milliarden Jahre reichen. Obwohl die Kernfusion im Innern gleich bleibt, verändert die Sonne ihr Äußeres: Sie wird langsam größer, heller und leichter. In 1, 1 Milliarden Jahren wird sie so hell sein, dass die Ozeane verdampfen und auf der Erde ein aus dem Ruder gelaufener Treibhauseffekt herrscht, ähnlich dem auf der Venus. Innerhalb von weiteren 2 Milliarden Jahren wird die Erde zu einem trockenen Gesteinsbrocken gebacken spätestens dann dürfte selbst das widerstandsfähigste Leben erloschen sein.
Neigt sich das Wasserstoffbrennen dem Ende zu, stürzt der Aschekern in sich zusammen. Der restliche Wasserstoff brennt in einer dünnen Hülle um den Kern. Über einen Zeitraum von mehr als einer Milliarde Jahren wächst gleichzeitig die äußere Hülle. Die Sonne entwickelt sich zu einem roten Riesen, der sich bis hinter die Bahn des innersten Planeten Merkur erstreckt. Da gleichzeitig ein Teil der Masse der Sonne mit einem starken Sonnenwind in den Weltraum getragen wird, ist ihre Anziehungskraft geringer. Die Bahnen der Planeten wandern nach außen. Für den Gesteinsbrocken Erde und insbesondere mögliches Leben darauf ist es aber unerheblich, dass sich der Abstand zur Sonne um etwa 40 Prozent vergrößert. Nach knapp 2 Milliarden Jahren (oder in 7, 7 Milliarden Jahren) ist der Kern so weit zusammengestürzt, dass die Asche zündet. Helium wird zu Kohlenstoff verschmolzen.
Dieser Prozess liefert für ungefähr 100 Millionen Jahre Brennstoff. In dieser Zeit verändert die Sonne sich schnell: Die äußere Hülle zieht sich noch einmal zusammen, um sich mit dem Abklingen des Heliumbrennens zu einem noch größeren roten Riesen auszudehnen. Mit dem Ende des Heliumbrennens wird diese äußere Hülle in den Weltraum geschleudert. Sie wird für rund 10 000 Jahre als planetarer Nebel für eine spektakuläre Abschiedsvorstellung des Sterns Sonne sorgen.
Zurück bleibt ein Kern, der sich langsam abkühlt und als weißer Zwerg noch über etliche Milliarden Jahre sichtbar sein wird bis er so weit abgekühlt ist, dass ein kalter Kohlenstoffbrocken übrig bleibt.
Und woher kommt dieses Modell? Die Menschheit ist nicht alt genug, um die Geschichte eines Sternes beobachtet zu haben. Aber wie ein Biologe, der das Leben von Mammutbäumen studiert, dazu Bäume unterschiedlichen Alters untersucht, beobachten die Astrophysiker Sterne in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien und konstruieren daraus deren typische Lebensgeschichte.

Bildtext: Mithilfe von Modellen können Physiker wie die Osnabrücker Professorin May-Britt Kallenrode den komplexen Lebenszyklus von Sternen beschreiben. Foto: Michael Hehmann
Autor:
May-Britt Kallenrode


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