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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bomben in Wohnsiedlung gesprengt
 
80 Tonnen machen die Bomben platt
Zwischenüberschrift:
Zwei Blindgänger konnten in Osnabrück nicht entschärft werden
 
Einsatzkräfte dämmten die Sprengkraft der Weltkriegs-Blindgänger
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die größte Bombenräumung in der Geschichte Osnabrücks endete gestern Abend um 18.23 Uhr mit einem großen Knall. Zwei der vier Blindgänger in der Weststadt mussten vor Ort gesprengt werden. Ein benachbartes Mehrfamilienhaus wurde dabei schwer beschädigt. Wenige Minuten nach der Explosion konnten die 15 000 evakuierten Osnabrücker zurück in ihre Wohnungen.
Das Bild vom Explosionsort glich gestern Abend sprichwörtlich einem Bombenangriff: Ein zehn Meter breiter und sechs Meter tiefer Krater war dort, wo mehr als 60 Jahre zwei Fünf-Zentner-Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gelegen hatten. Das Mehrfamilienhaus in der Britensiedlung, in dessen Garten die Bomben lagen, müsse wohl abgerissen werden, hieß es von den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes. Andere Gebäude wurden nicht beschädigt.
Die Entschärfung der vier Weltkriegsbomben hatte gestern eine überraschende Wende genommen: Nachdem bereits gegen 13.30 Uhr zwei der vier Blindgänger vom Kampfmittelräumdienst problemlos entschärft werden konnten, bereiteten die beiden Bomben in der Britensiedlung Probleme. Der Grund: Einer der beiden Blindgänger hatte einen sogenannten Säurezünder. Ein Transport zum vorbereiteten Sprengplatz am Stadtrand kam damit nicht infrage. Bei der zweiten kritischen Bombe, die nur wenige Meter neben der ersten gefunden wurde, war der Zünder so stark beschädigt, dass eine Entschärfung ebenfalls nicht möglich war.
Bereits am Morgen hatte der Sprengmeister erklärt, dass die unmittelbar angrenzenden Häuser im Fall einer Explosion nicht mehr bewohnbar sein würden. Um die Schäden dennoch so gering wie möglich zu halten, wurde die Sprenggrube mit Dämmmaterial ausgepolstert. Das Technische Hilfswerk fuhr dazu große Sandsäcke und Strohballen an den Explosionsort. Dieser intensiven Polsterung und der sicheren Lage mehr als fünf Meter tief in der Erde ist es offensichtlich zu verdanken, dass nun doch keine größeren Schäden entstanden. Obwohl der Blindgänger noch eine Menge Kraft hatte. " Die Bombe sieht aus wie neu", war sich Thomas Gesk noch am Morgen sicher. Sie lag mehr als 60 Jahre luftdicht in einer Lehmschicht eingeschlossen. " Da sind sogar noch Farbmarkierungen zu sehen."
Die drei evakuierten Krankenhäuser konnten den Betrieb kurz nach dem Ende der Räumung wieder aufnehmen. Im Klinikum wurde bereits elf Minuten danach wieder gearbeitet. Die Patienten-Rücktransporte dauerten bis etwa 22 Uhr.Seiten 16 bis 18

Bildtext: Bombig: Zehn Meter breit und sechs Meter tief war der Krater, den die Explosion der beiden Blindgänger in einem Garten der Britensiedlung gerissen hat. Teile der Strohabdeckung hingen nach der Sprengung in den Bäumen. Foto: Michael Hehmann

Problemlos: Diese beiden Fünf-Zentner-Bomben konnte Sprengmeister Thomas Gesk entschärfen. Foto: ddp

Osnabrück. Dem Sprengmeister fielen gestern Abend " mindestens zehn Zentner vom Herzen". Trotz der Schwierigkeiten beim Entschärfen der Bomben war Thomas Gesk einfach nur zufrieden. Die Sprengung der Weltkriegs-Bomben war fast in der ganzen Stadt zu hören und verursachte trotzdem kaum schwere Schäden.
Den größten Schaden der Bomben-Sprengung trug ein Mehrfamilienhaus davon 15 Meter vom Explosionskrater. Vor wenigen Wochen bewohnten noch britische Soldaten die Wohnungen. Seither steht es leer. " Experten müssen sich das noch anschauen", sagt Gesk. Er rechne aber mit einem Abriss. Das Technische Hilfswerk fuhr zur Sprengung große Sandsäcke und Strohballen an den Explosionsort. Das Material kam kurzfristig vom vorbereiteten Sprengplatz am Heger Holz, der bereits am Freitag aufgebaut worden war. Diese Dämmung mit einem Gewicht von mehr als 80 Tonnen verhinderte nennenswerte Schäden in der Umgebung.
Teuer dürfte die Bombenentschärfung dagegen für einen Hauseigentümer in der Max-Reger-Straße sein. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst fand einen der vier Blindgänger direkt unter seinem Wohnhaus. Die Bombe konnte zwar bereits am Nachmittag problemlos entschärft werden. Der Schaden, den das Räumungsteam beim Graben an dem Gebäude anrichtete, ist aber offensichtlich erheblich.
Dieser Fall sei klar geregelt, sagt Ernst Heinicke von der Stadtverwaltung. Bei Entschärfung der Bombe muss der Hauseigentümer die Schäden am Gebäude selbst tragen. " Weil Gefahr von seinem Grundstück ausgeht." Auch dann, wenn er an dieser Situation völlig unschuldig ist.
Toller Einsatz
Die Zusammenarbeit der mehr als 1000 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk verlief reibungslos. Alle absolvierten den Einsatz mit viel Disziplin und wenig Schlaf. Seit 9 Uhr waren Hunderte Einsatzkräfte unterwegs, um an jeder Wohnung zu klingeln. In einigen wurden immer noch Personen angetroffen, die aber " weitestgehend freiwillig" den Gefahrenbereich verlassen haben, heißt es seitens des Technischen Hilfswerks. Unmut kam allerdings vereinzelt bei den Einsatzkräften auf, die in der bereits vor Wochen durch den Abzug der Soldaten geräumten Britensiedlung an den Haustüren klingeln mussten. " Das ist der Witz des Jahrhunderts", ärgerte sich ein Feuerwehrmann.

Bildtext: Sprengplatz im Wohnviertel: Dieses Loch enstand beim Freilegen eines Blindgängers. Weil er nicht entschärft werden konnte, wurde er auch an dieser Stelle gesprengt.

Den Transport der Intensivpatienten mit dem Großraum-Rettungswagen bespricht Dr. Detlef Blumenberg mit der Besatzung des Fahrzeugs aus Hannover.
Autor:
prin, Stefan Prinz, Michael Hehmann, Sven Lampe


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