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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Tischler müsste drei Autos ausmustern
Zwischenüberschrift:
Handwerk warnt: Umweltzone bringt unzumutbare Belastungen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Umweltzone käme Sven Tinnefeld (38) gerade recht: Alle drei Transporter müsste der Tischlermeister bis Mitte 2010 ausmustern. Die Kosten wären eine schwere Belastung für seinen Fünf-Mann-Betrieb an der Dieselstraße.
Tinnefeld und sein Kollege Ralf Kohlbrecher (35) haben Anfang des Jahres die Tischlerei von ihrem früheren Chef Wolfgang Beyersdorf übernommen. Das Geschäft läuft gut, über Arbeit kann das Team nicht klagen. Klage führen die Tischler über das Geld, die ihnen die Umweltzone kosten würde.
Über drei Fahrzeuge verfügt der Betrieb. Sie sind relativ alt, aber gut in Schuss und haben nur wenige Kilometer auf dem Buckel. Die Kunden kommen hauptsächlich aus der Stadt. Da haben es die Handwerker nicht weit. Der jüngste Pritschenwagen, Baujahr 2000, hat gerade 50 000 Kilometer hinter sich. Der andere ist 18 Jahre alt und 70 000 Kilometer gelaufen. Der " Kleine", wie Tinnefeld den Ford Eskort Kastenwagen nennt, ist auch 18 Jahre alt und hat 57 703 Kilometer auf dem Tacho. Alle drei Autos fahren mit Diesel und tragen die rote Plakette. Nachzurüsten ist zumindest bei den alten Schätzchen nicht möglich.
Wenn die Umweltzone kommt, dürfen Tinnefeld und Kohlbrecher ab Juli 2010 nicht mehr mit den Transporter ins Stadtzentrum. " Ich weiß nicht, was das Ganze soll", sagt Tinnefeld. Ihm bringe die Umweltzone nur " Ärger und Kosten".
Zur ganzen Wahrheit gehört auch dies: Die alten Transporter stoßen 35-mal mehr Rußpartikel aus als moderne Dieselfahrzeuge. Handwerker aus dem Kreis, die selten in der Stadt arbeiten, können Tagesgenehmigungen (20 Euro) beantragen. Weist ein Betrieb nach, dass die Umrüstung die Insolvenz bedeuten würde, greift eine Härtefallregelung.
Die Kreishandwerkerschaft hat bei einer Umfrage unter 1400 Mitgliedsbetrieben ermittelt, das 75 Prozent der Betriebe Fahrzeuge nachrüsten oder ersetzen müssten. Kammern und Wirtschaftsverbände haben sich in dieser Woche schriftlich an alle Ratsmitglieder gewandt und vor den wirtschaftlichen Folgen gewarnt. Eine Umweltzone führe zu einer " bürokratischen Belastung und Kostenerhöhung in einer Zeit, die durch große wirtschaftliche Herausforderungen gekennzeichnet ist", heißt es in dem gemeinsamen Schreiben von Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, des Unternehmerverbandes Einzelhandel, Hotel- und Gaststättenverbandes, Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe, Großhandelsverbandes und der Kreishandwerkerschaft. Außerdem beschäftigten sich in der EU " nur die wenigsten Staaten mit diesem Thema".
Eine Warnung kommt auch vom " Netzwerk für Kindergesundheit und Umwelt". Eine Studie aus München beweise, dass eine hohe Stickoxid- und Feinstaubbelastung die Zahl der allergischen Erkrankungen bei Kindern um mehr als 50 Prozent erhöhe, teilte der Osnabrücker Kinderarzt Dr. Thomas Lob-Corzilius mit.

Bildtext: Hohe Kosten kämen auf Tischlermeister Sven Tinnefeld zu, würde die Umweltzone eingeführt. Er müsste seine drei Fahrzeuge ersetzen darunter diesen Kastenwagen. Der ist 18 Jahre alt, hat aber nur 57 703 Kilometer auf dem Tacho. Foto: Gert Westdörp
Autor:
hin


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