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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bleiben dann die Kunden weg?
Zwischenüberschrift:
Acht Fragen und Antworten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Geht es auch ohne Umweltzone? Im Prinzip ja. Aber sie wäre nach der Modellrechnung des Gewerbeaufsichtsamtes Hildesheim das effektivste Mittel, um Feinstaub und Stickstoffdioxid in den Griff zu bekommen.

Was geschieht, wenn Osnabrück die Grenzwerte nicht einhält? Die EU-Kommission droht der Bundesrepublik mit Geldbußen. Es ist zu erwarten, dass die Bundesregierung die Länder dafür zur Rechenschaft zieht. Niedersachsen hat als einziges Bundesland den Kommunen die Verantwortung übertragen. Deshalb steht Osnabrück am Ende der Zahlungskette. Wie sich das auswirkt, kann heute niemand konkret sagen.

Ist Deutschland wieder der Musterknabe in der EU? Die Bundesrepublik ist weiter als andere Länder, steht aber nicht allein. 25 von 27 EU-Ländern haben im Juni Post von der EU bekommen, in denen Strafen angedroht worden sind. Umweltzonen gibt es bereits in Österreich, Tschechien, Dänemark, Italien, Norwegen und Schweden. Holland hat sieben Umweltzonen für Lkw über 3, 5 Tonnen ausgewiesen und plant eine Ausdehnung auf Pkw. London hat mit 1200 Quadratkilometern die größte Umweltzone. Das entspricht der Größe des Ruhrgebiets.

Kann Osnabrück nicht noch abwarten? Beim Feinstaub muss die Stadt jetzt nachweisen, dass sie etwas unternimmt. Beim Stickstoffdioxidproblem kann Osnabrück bei der EU eine Verlängerungsfrist bis 2015 beantragen. Dazu muss sie aber nachweisen, dass sie alles unternommen hat, um die Grenzwerte einzuhalten. Dazu gehört auch die Umweltzone, denn sie ist nach Expertenmeinung das effektivste Mittel insbesondere bei Stickstoffdioxid.

Würde ein Durchfahrtverbot für Lastwagen ausreichen? Nein, sagt der Leiter des Fachbereichs Umwelt, Detlef Gerdts. Die Stadt hat die Lastwagen gezählt und festgestellt, dass nur 10 bis 15 Prozent aller Lkw über 3, 5 Tonnen die Stadt als Nord-Süd-Abkürzung benutzen. Gezählt wurde nachts zwischen 20 und 6 Uhr. Die Lkw-Fahrer sparen zwar zehn Kilometer Strecke, aber keine Zeit. Am Tage dauert die Fahrt quer durch die Stadt länger als der Umweg über die Autobahnen 1 und 30. Navigationssysteme leiten nach Gerdts′ Angaben die Lkw über die Autobahn (bei Normaleinstellung " schnellste Verbindung"). 80 bis 90 Prozent des Lkw-Verkehrs in der Stadt sind dem Quell- und Zielverkehr zuzuordnen, der nicht ausgesperrt werden soll. Eine Durchfahrtsperre würde für die Luftqualität keine messbaren Verbesserungen bringen, sagt Gerdts. Unklar sei überdies, wer die Lkw kontrollieren soll. Es gibt auch andere Meinungen: CDU und FDP sind überzeugt, dass ein genereller Stopp des Lkw-Transitverkehrs der Stadt besser bekäme als eine Umweltzone.

Bleiben Touristen und Kunden weg? Diese Befürchtung von Einzelhändlern und Gastronomen hat sich nach Angaben der Stadtverwaltung in anderen Städten mit Umweltzone nicht bestätigt. Berlin, Hannover und Köln melden keine Änderungen im Verhalten von Kunden oder Touristen, die auf die Umweltzone zurückzuführen wären.

Was geschieht noch, um die Luft sauberer zu machen? Die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) und die Stadtwerke wollen in den nächsten fünf Jahren 95 moderne, schadstoffarme Busse anschaffen. Die Kosten: mindestens 20 Millionen Euro. Die Stadt investiert bis 2011 zwei Millionen Euro zusätzlich in die Umrüstung und Modernisierung der Fahrzeugflotte. Außerdem sollen die Ampelschaltungen optimiert werden. Es läuft bereits eine intensive Beratung der etwa 17 000 Osnabrücker Kaminofenbesitzer zum " emissionsarmen Hausbrand". Fassaden-, Dach- und Straßenraumbegrünungen werden forciert, um Feinstaub zu binden.

Würde der Bau der A 33-Nord und der Westumgehung nicht Entlastung bringen? Das wäre wahrscheinlich. Aber beide Maßnahmen kämen viel zu spät, um die Grenzwerte rechtzeitig einhalten zu können.
Details im Internet
www.osnabrueck.de www.lowemissionszones.eu
Autor:
hin


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