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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
In Amsterdam verhaftet
Zwischenüberschrift:
Stolpersteine für zwei jüdische Familien – Das jüngste Opfer war erst vier Jahre alt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Von den Nationalsozialisten wurden sie deportiert und ermordet. Die jüdischen Familien Pfingst und Engers wohnten in den dreißiger Jahren in der Herderstraße 3 und in der Seminarstraße 1. Einige emigrierten noch rechtzeitig in die USA und nach Palästina. Doch sieben von ihnen wurden in Amsterdam festgenommen und in Konzentrationslagern umgebracht das jüngste Opfer war ein vierjähriger Junge. Jetzt erinnern Stolpersteine an ihr Schicksal.
Vieles liegt im Dunkeln. Heinrich Pfingst, Geschäftsführer bei Woolworth, und seine Frau Hertha lebten mit ihren fünf Kindern an der Herderstraße. Die erwachsenen Kinder zogen weg: ihre Tochter Anni mit ihrem Mann Berthold Jacoby nach Schippenbeil in Ostpreußen, ihr Sohn Werner nach Hannover. Tochter Hilde emigrierte 1934 in die USA.
Schließlich zogen auch die Eltern mit zwei weiteren Töchtern weg. Sie lebten zunächst in Düsseldorf, wo die Mutter 1936 starb. Tochter Margot wanderte 1936 nach Palästina aus. Tochter Doris heiratete im niederländischen Amsterdam Heinz Engers, der in Osnabrück in der Seminarstraße gelebt hatte. 1938 wurde ihr Sohn Freerk geboren. Ihr Vater Heinrich Pfingst zog ebenfalls von Düsseldorf nach Amsterdam.
Auch die Familie Engers aus der Seminarstraße in Osnabrück ging ins Exil nach Amsterdam. Freerk Engers (der Ältere) stammte ursprünglich aus den Niederlanden und kehrte mit Frau und Kindern Mitte der dreißiger Jahre dorthin zurück. In der Hasestadt hatte er als Vertreter der Drogeriegroßhandlung Hagern & Co gearbeitet. Seine Frau Margarete hatte vor ihrer Heirat das Putzgeschäft G. Neustadt geführt.
Das Paar hatte zwei Söhne und eine Tochter: Heinz Engers, der in Amsterdam Doris Pfingst heiratete, Horst Engers, der 1934 nach Palästina emigrierte, und Rose, die mit ihren Eltern nach Amsterdam zog.
Doch die Niederlande waren kein sicherer Ort für die sieben dort gebliebenen Mitglieder der beiden Familien. Die Nationalsozialisten nahmen sie während des Zweiten Weltkrieges fest, deportierten sie nach Auschwitz und Sobibor in die Vernichtungslager.
1942 wurden Heinz Engers im Alter von 34 Jahren und seine Frau Doris, geborene Pfingst, im Alter von 31 Jahren sowie ihr vierjähriger Sohn Freerk in Auschwitz ermordet. Einem Akteneintrag zufolge wurde der Vater bei einem Fluchtversuch erschossen.
Heinrich Pfingst war 69 Jahre alt, als er 1943 im Konzentrationslager Sobibor ermordet wurde, den Akten nach am gleichen Tag und am selben Ort wie Freerk Engers (der Ältere) im Alter von 60 Jahren sowie dessen Ehefrau Margarete im Alter von 62 Jahren. Später brachten die Nationalsozialisten deren Tochter Rose Engers inAuschwitz um. Sie war 31 Jahre alt.
Was diese Familien bereits in den dreißiger Jahren nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erleiden mussten, darüber ist fast nichts bekannt.

Bildtext: In der Herderstraße (links, hier bei der Verlegung) und in der Seminarstraße erinnern seit kurzem Stolpersteine an die Osnabrücker Familien Pfingst und Engers, die von Amsterdam aus deportiert und dann ermordet wurden. Fotos: Jörn Martens
Autor:
Jann Weber


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