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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hier nahm ihr Leiden den Anfang
Zwischenüberschrift:
Stolpersteine erinnern an Schicksal von NS-Opfern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Weitere Stolpersteine erinnern seit gestern an Opfer des Nationalsozialismus. Dort, wo sie lebten, sind ihre Namen im Bürgersteig eingelassen.

Osnabrück. Die jüdischen Familien Pfingst und Engers lebten in der Herderstraße 3 und in der Seminarstraße 1, der Nazi-Gegner Heinrich Glorius wohnte in der Parkstraße 17a, die psychisch erkrankte Wilhelmine Rojahn war an der Alten Münze 1 zu Hause.
Bei nasskaltem Novemberwetter verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig, Initiator des mittlerweile internationalen Projektes, mit fünf Berufsschülern die messingbesetzten Pflastersteine. Ercan Arin, Patrick Bartusch, Hermann Barz, Jan Jennebach und Alexander Schreider aus dem Berufsgrundbildungsjahr für Bautechnik am Westerberg arbeiteten ihm zu.
Dr. Michael Schubert vom Institut für Migrationsforschung an der Universität Osnabrück erinnerte an die Verfolgung und Ermordung von Menschen, die das NS-Regime von 1933 bis 1945 aus der sogenannten Volksgemeinschaft ausgestoßen hatte. " Hier, an den Orten der Verlegung der Stolpersteine, nahm ihr Leiden seinen Anfang." Deshalb sprach er auch von den " wahren Orten der Verfolgung".
Drei Schülerinnen einer neunten Klasse des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums trugen vor der ehemaligen Wohnung der Familien Engers und Pfingst an der Herderstraße 3 ihre Gedanken über die Zeit des Nationalsozialismus vor. " Ein Alptraum jenseits aller Vorstellungskraft", so begann Samira El-Filali. " Sie hätten uns verfolgt und wahrscheinlich auch getötet", lautete ein Satz von Mouna Rajab.
Monique Müller versuchte, sich in die Situation von Freerk Engers zu versetzen, der als Vierjähriger inAuschwitz ermordet wurde ein junges Leben in Angst und Schrecken. Verwandte dieser Familie, ebenfalls mit dem Namen Engers, lebten in der Seminarstraße 1. Dort berichtete Lea Hoffmann, ehemalige Praktikantin im Friedensbüro, über deren Schicksal.
Ludwig Schuir erinnerte in der Parkstraße an den Regimekritiker Heinrich Grotius. Dr. Liane Eylers sprach über die Verstrickung der Ärzteschaft: Wilhelmine Rojahn wurde Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie.
Immer mehr Städte und Gemeinden Deutschlands sowie in Nachbarländern schließen sich dem Projekt an. Daher ist Gunter Demnig mit seinem roten Lieferwagen viel unterwegs, um die Stolpersteine zu verlegen. Sein derzeitiges Atelier auf Rädern hat nach anderthalb Jahren schon 74 000 Kilometer auf dem Tacho und ist gezeichnet von vielen Zementsäcken und schwerem Werkzeug.

Bildtext: Der Künstler und die Berufsschüler vom Westerberg: Gunter Demnig aus Köln ist Initiator des Projekts Stolpersteine, das ihn gestern erneut nach Osnabrück führte. Foto: Jörn Martens
Autor:
Jann Weber


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