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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die neuen Riesen für den Piesberg
Zwischenüberschrift:
2009 wollen die Stadtwerke drei Windrotoren durch stärkere Modelle ersetzen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Don Quijote würde ohnmächtig beim Anblick der drei neuen Windmühlen auf dem Piesberg. Die Masten sind 108 Meter hoch, die Flügel 41 Meter lang. Sie sollen viermal so viel Strom liefern wie die vorhandenen Rotoren. Wenn alles nach Plan läuft, werden sie sich im Herbst 2009 drehen.
Die Stadtwerke wollen drei der vier Piesberg-Rotoren durch die neuen 2-Megawatt-Riesen von Enercon ersetzen. Vorläufig stehen bleiben soll nur die Anlage auf der Westseite. Allerdings steht sie der Steinindustrie im Weg, die in einigen Jahren auch diese Seite des Piesberges anknabbern will.
Der von den Stadtwerken simulierte Größenvergleich lässt die Altanlage gegenüber den neuen Giganten wie ein Zwerg erscheinen. Ein Zwerg, der sich unter dem Rotor des großen Bruders nicht einmal ducken müsste.
Neun bis zehn Millionen Euro kalkuliert Karl-Heinz Meyer für die Ablösung der 500-kW-Anlagen durch leistungsstärkere Generatoren. Der Leiter Energiedienstleistungen der Stadtwerke spricht von " Repowering", wenn er die Aufrüstung meint. Sie soll die Stromausbeute auf 16 Millionen Kilowattstunden pro Jahr steigern. Derzeit sind es knapp vier Millionen.
Nicht nur die Technik ist auf dem neuesten Stand, sondern auch die Umweltverträglichkeitsuntersuchung. Deshalb muss Meyer der Genehmigungsbehörde mehrere Gutachten vorlegen, an die noch niemand gedacht hat, als vor knapp 20 Jahren der erste Windrotor auf dem Piesberg gebaut wurde. Eine Untersuchung widmet sich dem Schattenwurf, der bei niedrig stehender Sonne entstehen könnte. Damit der rotierende Schlagschatten niemanden in den Wahnsinn treibt, fahren die Stadtwerke ihre Anlagen im Zweifel herunter und verzichten auf die maximale Stromausbeute.
Auch der Lärmschutz fordert Zugeständnisse. Weil die östlich gelegene Anlage nur 350 Meter vom nächsten Wohngebäude entfernt ist, wird sie in den Nachtstunden abgeschaltet.
Weitere Einschränkungen bringt der Fledermausschutz mit sich. Um die bedrohten Flugsäuger nicht zu gefährden, sollen die Rotoren zu bestimmten Zeiten für ein paar Stunden stehen bleiben.
Durch diese Auflagen sinkt der Ertrag. Aber nur um etwa fünf Prozent, rechnet Energiemanager Karl-Heinz Meyer vor. In gut zehn Jahren werde sich die Investition amortisieren.

Bildtext: Ein Zwerg und drei Riesen: Die Fotomontage zeigt den künftigen Blick vom Westerberg zum Piesberg. Bei den drei großen Rotoren handelt es sich um Neubauten, die 2009 aufgestellt werden sollen. Die kleine Anlage gehört schon jetzt zum Windpark auf Osnabrücks höchstem Berg. Als einzige soll sie stehen bleiben.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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