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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Grund zur Sorge gibt es durchaus"
Zwischenüberschrift:
Interreligiöses Treffen im Kreishaus zum 70. Jahrestag der Novemberpogrome
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zum 70. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 hat der Landkreis Osnabrück gestern zu einem interreligiösen Treffen eingeladen. " Wir können das Gestern nicht ungeschehen machen. Wir können aber das Heute und Morgen anders machen", sagte Landrat Manfred Hugo.
Seine Aufforderung bezog Hugo auf einen Satz, der am Kloster Brunshausen in Bad Gandersheim geschrieben steht, wo sich während der Nazi-Diktatur eine KZ-Außenstelle des Lagers Buchenwald befand: " Wer die Geschichte verdammt, ist verdammt, sie zu wiederholen." Wie lässt es sich aber heute anders machen? Über ihre Erfahrungen berichteten Lea Mor, Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde, Dechant Josef Ahrens für die katholische Kirche, Abdul-Jalil Zeitun als stellvertretender Vorsitzender der " Schura Niedersachsen" für den Islam sowie Dr. Burghard Krause als Landessuperintendent der evangelischen Kirche.
Es sind ganz unterschiedliche Bereiche, die in den Beiträgen thematisiert wurden: Rückblick auf die Verbrechen, heutige Übergriffe, Gedanken zu Religionsfreiheit oder auch positive Beispiele der Zusammenarbeit. " Grund zur Sorge gibt es durchaus", sagte Hugo im Hinblick auf aktuelle Verbrechen und antisemitische Äußerungen. Dies griff auch Lea Mor in ihrem Beitrag auf. Synagogen müssten von der Polizei geschützt werden, häufig sei es gefährlich, sich als Jude zu erkennen zu geben. Der Anschlag des 11. September zeige, dass Gewalt immer wieder religiös begründet werde, sagte Abdul-Jalil Zei-tun. In den Medien werde zudem " wenig differenziert" berichtet, so seine Kritik. Beispiel: Die Zwangsheirat werde als typisch islamisch dargestellt, dabei sei sie in seiner Religion verboten.
Religionsfreiheit dürfe aber nicht Folge sein, weil Religionen heute bedeutungslos geworden seien, sagte Ahrens. " Interesse und Aufmerksamkeit füreinander" müssten vertieft werden aber es dürfe nicht geschwiegen werden, wenn es Konflikte gebe, so der Dechant. Es reiche nicht aus, sich " gleichgültig wechselseitig in Frieden zu lassen", mahnte auch Krause an. Wer die Religionsfreiheit in Anspruch nehme, müsse auch die Verfassung des Landes " bejahen", sagte der Landessuperintendent. Die evangelische Kirche setze sich dafür ein, dass in Deutschland Synagogen und Moscheen gebaut würden. Im Umkehrschluss dürften Christen in muslimischen Ländern nicht unterdrückt werden.
In seiner Einleitung hatte Hugo auch auf die damaligen Verbrechen Bezug genommen, die auch in der Region nicht ausgeblieben seien. Das Pogrom sei " Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung der deutschen Juden zur systematischen Verfolgung" gewesen, so der Landrat, der auch die Beiträge abschließend zusammenfasste: Dialog, gemeinsame Verantwortung für die Religionsfreiheit und Respekt seien ebenso erforderlich wie die Verantwortung des Staates als Wächter der Grundrechte. Auf ein praktisches Beispiel der Zusammenarbeit verwies Lea Mor: So habe Bischof Franz-Josef Bode der jüdischen Gemeinde während des Neubaus der Synagoge Räume zur Verfügung gestellt.

Bildtext: Freuen sich über eine gute Zusammenarbeit und einen ständigen Dialog (von links): Manfred Hugo, Josef Ahrens, Lea Mor, Abdul-Jalil Zeitun und Burghard Krause. Foto: Elvira Parton
Autor:
hmd


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