User Online: 1 | Timeout: 02:46Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wo Promis Osnabrücker Boden berühren
Zwischenüberschrift:
Atterheide: Der Landeplatz ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Flugplatz Atterheide in Osnabrück ist in mehrfacher Hinsicht ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt und die Region.
Von Christoph Franken
Osnabrück. Als offiziell zugelassener Verkehrslandeplatz, der jeden Tag von morgens bis abends permanenten Flugbetrieb gewährleistet, bietet er Geschäftsfliegern eine verlässliche Start-und-Lande-Möglichkeit. Außerdem schafft der Flugplatz Arbeitsplätze, ist Landeplatz für Touristen sowie Dreh- und Angelpunkt für Sport- und Privatflieger aus ganz Europa.
Betreiber des Platzes ist der Aero Club Osnabrück. Dessen Mitglieder sorgen ehrenamtlich für die technische und bauliche Infrastruktur auf dem weiträumigen Areal sowie für den Flugbetrieb. Ein fest angestellter " Beauftragter für die Luftaufsicht" gewährleistet die durchgehende Landemöglichkeit. Allein im vergangenen Jahr hat der Club 110 000 Euro in die Erhaltung der Anlagen investiert. Den Vorstand bilden Erik Beeke (1. Vorsitzender), Walter Barczak (Schatzmeister), Bärbel Pflaumbaum (kaufmännische Geschäftsführerin) und Peter Avermann (technischer Geschäftsführer).
9000 Starts und Landungen erfolgen jährlich auf der Atterheide, 450 davon sind Geschäftsflüge. Fünf mittelständische Unternehmen haben ihre zum Teil zweimotorigen Maschinen auf der Atterheide dauerhaft stationiert und beschäftigen drei Berufspiloten. Dazu kommen Piloten mit den entsprechenden Lizenzen, die Geschäftsleute auf Honorarbasis zu ihren Zielen bringen. Zahlreiche mittelständische Unternehmer steuern ihre Maschinen auch selbst. Insgesamt stehen in den Hangars auf der Atterheide 64 Flugzeuge, davon gehören sieben dem Club.
Vorsitzender Beeke betonte den Reiz des Platzes für Geschäftsflieger: " Die Nähe zur Stadt ist ideal, der Sicherheitsaufwand im Vergleich zu großen Flughäfen wesentlich geringer, und auch unsere Landegebühren sind moderat." Außerdem könnten Mittelständler von der Atterheide aus auch Ziele ansteuern, die von Fluglinien nicht berührt werden. Geschäftsleute, Architekten und Handwerker aus der Region wüssten zu schätzen, dass sie von Osnabrück aus schnell zu Besprechungen oder zu Baustellen häufig in den Osten Deutschlands geflogen werden können.
Beeke verwies aber auch auf die von Prominenten gern genutzte Möglichkeit, auf der Atterheide zu landen. Da Osnabrück keine Bundeswehrkasernen mehr besitzt, landen auch Spitzenpolitiker regelmäßig hier, zuletzt beim Katholikentag. " Auch insofern sind wir ein wichtiger Teil der regionalen Infrastruktur."
Das gilt außerdem für den Tourismus: Immer mehr Privatflieger haben den Städtetourismus entdeckt und steuern mit Ehefrau und Freunden die Atterheide an. Da Osnabrück bei Flügen zur Nordsee von Piloten gern als Zwischenziel genutzt wird, profitieren Tankstelle und das Restaurant " Leonardo" ebenfalls vom guten Ruf des Platzes. Bei schönem Wetter pilgern zudem viele Spaziergänger vom Rubbenbruchsee zur Terrasse des Flugplatzes, um Starts und Landungen zu beobachten oder an den Wochenenden Rundflüge zu buchen.
Die dem Club angegliederte Flugschule bildet mit ehrenamtlichen Fluglehrern seit 1955 Piloten aus. " Interessierte können jederzeit einsteigen", berichtete Walter Barczak. Für manche bedeutet diese Schule das Sprungbrett zur Berufsfliegerei. Die früheren Absolventen Derek Fund und Michael Rauch beispielsweise haben es geschafft: Rauch ist Flugkapitän bei der Lufthansa, Fund wurde Flotten-Chef bei Air Berlin.
Zum Flugplatz gehört eine Werft, der " Flugzeugservice Osnabrück". Dessen geschäftsführender Mitinhaber Bernd Riepe (61) beschäftigt vier Flugzeugmechaniker, eine Buchhalterin und einen Azubi. Die Werft bildet seit 20 Jahren regelmäßig ein bis zwei junge Leute aus. Die Werft ist vom Luftfahrtbundesamt zertifiziert und Riepe gleichzeitig Prüfer für Luftfahrtgerät. " Ich habe einen festen Kundenstamm von etwa 85 Flugzeugbesitzern in ganz Deutschland, die hier ihre Maschinen regelmäßig warten lassen", berichtet Riepe. Ein Schweizer sei sogar so zufrieden mit der Arbeit der Osnabrücker Werft, dass er seit Jahren zur Atterheide fliege.

Bildtext: Flugzeugmechaniker Heiner Steinkamp wartet und repariert mit vier Kollegen in der Werft am Flugplatz Maschinen bis 5, 7 Tonnen Gewicht. Foto: Gert Westdörp

Der Beauftragte für die Luftaufsicht auf der Atterheide ist Hans-Peter Hulfershorn. Er wickelt den Funkverkehr mit den startenden und landenden Maschinen ab und sorgt für die Sicherheit am Flugplatz. Foto: Klaus Lindemann

Berufspilot Gerold Roetmann fliegt Geschäftsleute mit dieser Maschine vom Typ Beech B 60 " Duke" zu Terminen in ganz Europa. Das zweimotorige Flugzeug leistet 760 PS und ist auf der Atterheide stationiert. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Christoph Franken


Anfang der Liste Ende der Liste