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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein wahrhaft königliches Geschenk
Zwischenüberschrift:
"Arabesque", das Tafelservice für den Fürstbischof von Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im ältesten Modellbuch der Berliner KPM ist unter Nr. 1075 das klassizistische Service " Arabesque" aufgeführt. Es gehört zu den letzten Service, die unter Friedrich II. von Preußen produziert wurden. Ein weiterer Eintrag verweist auf den Empfänger: " angefertigt für den Herzog von York".
Der preußische König nutzte die Besuche seiner Gäste, um durch Geschenke Werbung für seine Porzellanmanufaktur zu machen. Ob auch der Osnabrücker Bischof sein Service " Arabesque" als Geschenk erhielt, ist nicht bewiesen, aber durchaus denkbar. 1783 wurde er erstmals am Hof des preußischen Königs eingeführt. Über die gegenseitige Sympathie der beiden Militärs hinaus hätte es für ein solches Geschenk mehrfach Anlass gegeben. So etwa 1783 bei der Übernahme der Regentschaft im Osnabrücker Hochstift oder zur Anbahnung einer Heirat mit der preußischen Prinzessin Friederike, einer Großnichte Friedrichs II.
Das reiche Formenrepertoire des mit Aufglasurmalerei und Gold verzierten Service lässt das Herz des Kenners höherschlagen: runde " Compottiers", Glasnäpfe, Dessertschalen in Form von Blättern und Muscheln, Eisterrinen mit Einsatz und Deckel, Eistöpfe, Gelee-Näpfe mit Unterschale, Becher, ovale Körbe mit Widderköpfen und Postament, runde und achteckige " Saladiers", Suppen-Näpfe, runde Schüsseln, flache Teller mit schmalem, durchbrochenem, arabesk bordiertem sowie durchlöchertem Rand, tiefe Teller, ovale Terrinen mit Unterschale sowie Zucker-Näpfe mit Unterschalen.
Das Motiv der plastischen arabesken Randbordüre geht auf einen antiken Marmorfries vom römischen Trajansforum aus dem 2. Jahrhundert zurück.
Das Service ist das erste der KPM, das unter dem Einfluss der englischen Wedgwood-Ware im neoklassischen Stil entstand. Die Farbwahl des auf himmelblauem Hintergrund ausgeführten weißen und durch Graumalerei (Grisaille) optisch gehöhten Reliefs verweist auf die " Jasperware" der 1770er Jahre von Wedgwood. Der englische Einfluss ist für die damalige Zeit durchaus typisch. Die Ausrichtung am englischen Geschmack könnte dem hochrangigen britischen Empfänger geschuldet sein.
Letzte barocke Stilelemente verdeutlichen, dass das Service stilgeschichtlich eine Epochengrenze markiert. Vermutlich ist es deshalb auch bei der Produktion der Erstausführung für den Herzog von York geblieben anders als beim kurz darauf entstandenen ähnlichen, aber rein klassizistischen Service " Kurland", das bis heute produziert wird.
Arabesque
Noch bis zum 9. November präsentiert das Kulturgeschichtliche Museum die Ausstellung " Arabesque ein fürstliches Tafelservice": Das Porzellanservice gehörte dem Osnabrücker Bischof Herzog Friedrich von York (1763–1827).

Bildtext: Terrine und muschelförmiger Teller des Tafelservice " Arabesque" aus der Königlich Preußischen Porzellanmanufaktur Berlin, 1786/ 87. Foto: KMO
Autor:
Thorsten Heese


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