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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Aufstehen und Einmischen
Zwischenüberschrift:
Schüler des EMA-Gymnasiums gestalten Gedenken zum 9. November 1938
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im Gedenken an die Opfer wird morgen der 70. Jahrestag der Reichspogromnacht 1938 begangen. In Osnabrück gestalten Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (EMA) einen Teil der Veranstaltungen. Gestern haben sie zur öffentlichen Probe in die Schlossaula eingeladen.
" Hier riecht′s doch verbrannt", ruft eine junge Frau, schaut sich suchend um und läuft um Atem ringend weiter: " Der Rauch wird immer stärker. Haben Sie schon die Feuerwehr gerufen?" Doch die Feuerwehr kommt nicht. Dass die Synagoge gelöscht wird, war 1938 unerwünscht.
Mit dem von ihnen entwickelten Theaterstück " Ess täglich Kristallnaach" möchten 33 Schüler der Theater-Gruppe des EMA vermitteln, wie Kinder und Jugendliche sich während des Dritten Reichs gefühlt haben. Grundlage sind Erinnerungen von Irmgard Ohl, einer Überlebenden der Deportation nach Riga. Sie war damals elf Jahre alt. " Ihre Erlebnisse standen in einer Dokumentation des Abendgymnasiums", sagt Sara Müller, 11. Klasse.
Sie war bei der Niederschrift des Stückes federführend. Wie eine Collage zeigt es den Alltag der verfolgten Juden im Jahre 1938. Immer wieder treten die Schauspieler einen Schritt hinter ihre Rollen zurück und spielen dann nach, wie sie das Stück inhaltlich erarbeitet haben.
Das Theaterspiel war nicht der einzige Weg, mit dem sich die EMA-Schüler den Ereignissen der Reichspogromnacht angenähert haben. Zunächst haben Schüler der Kunst-AG Collagen zum Text des Stücks " Kristallnaach" der Kölner Rockband BAP angefertigt. Bei einer Reise nach Köln haben sie BAP-Sänger Wolfgang Niedecken ihre Bilder gezeigt und mit ihm über das Lied diskutiert, mit dem er damals nicht direkt die sogenannte " Kristallnacht" anprangern wollte, sondern seine Erlebnisse während eines Urlaubs in Griechenland, bei dem sich Menschen gegenseitig auszustechen versuchten.
Niedecken übernahm die Schirmherrschaft für die Veranstaltung und stellte den Schülern eine neue Version des Liedes zur Verfügung. Es ist am Ende des Theaterstückes zu hören und wird mit einem Video der Collagen untermalt, die die Schüler zum Lied gestaltet haben. Die Bilder sind zudem im Foyer der Schlossaula ausgestellt.
Die Veranstaltungen beginnen morgen um 11.30 Uhr mit der Aufführung in der Schlossaula, nach einem Gedenkgang zur Alte-Synagogen-Straße wird um 13 Uhr am Mahnmal Alte Synagoge ein Kranz für die Opfer des Nationalsozialismus niedergelegt.

Bildtext: Mit Szenen aus dem Alltag schildern die Schülerinnen und Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, wie sich verfolgte Juden 1938 gefühlt haben mögen.Zum Beispiel bei einer Fahrt im Bus. Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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