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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Riesen-Turm macht Sorgen
Zwischenüberschrift:
Steine an der Katharinenkirche müssen restauriert werden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Dom ist schon seit einiger Zeit mit Gerüst und Planen verhüllt. Ähnliches könnte sehr bald auch dem höchsten Kirchturm der Stadt passieren. Denn die Katharinen-Gemeinde plant eine aufwendige Restauration des Gemäuers ihres Gotteshauses. An mehreren Testflächen am Turm prüfen derzeit Ingenieure, wie die zum Teil sehr maroden Sandsteine restauriert werden können. Nötig wird dies, da sonst Teile des Mauerwerks abbröckeln und auf Passanten fallen könnten.
Im 13. Jahrhundert wurde der Turm der Katharinenkirche errichtet. Aus dem Osnabrücker Umland karrten damals die Bauarbeiter Schilfsandsteine für den Turm heran. Der Nachteil des vergleichsweise weichen Materials: Es ist witterungsanfällig. Schon im 19. Jahrhundert wurden einige Steine im Mauerwerk gegen Ibbenbürener Sandstein ausgetauscht. Diese Maßnahme ist heute noch sichtbar, denn die ausgetauschten Quader sind viel heller als die ursprünglichen.
Die Restauratoren der Katharinenkirche profitieren laut Abel von den Arbeiten an anderen Kirchen. So seien wichtige Erkenntnisse schon bei der Sanierung der Matthäus-Kirche in Melle gesammelt worden. Und auch von den aktuellen Arbeiten am Osnabrücker Dom lasse sich viel lernen. Deswegen sitzen bei der Katharinenkirche neben dem Amt für Bau- und Kunstpflege auch das Landesamt und das städtische Amt für Denkmalpflege sowie die Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Tisch.
Einzelne Steine sollen bei der aktuellen Sanierungsmaßnahme nicht ausgetauscht werden. " Das sprengt den finanziellen Rahmen", erklärt Detlef Abel vom Amt für Bau und Kunstpflege der evangelisch-lutherischen Landeskirche. Die ursprünglich veranschlagten Kosten hätten nach den Erfahrungen bei der Sanierung des Doms schon nach oben korrigiert werden müssen. Zwischen 400 000 und 450 000 Euro, so schätzt Abel, soll die Restaurierung des Mauerwerks kosten.
Fast 3000 Quadratmeter, also halb so groß wie ein Fußballfeld, ist die Fläche, um die sich die Restauratoren um Bauleiter Ralf Finkemeyer kümmern werden. Wie sie im kommenden Jahr vorgehen werden, erproben sie zurzeit an ausgewählten Flächen am Mauerwerk. " Eine dauerhafte Lösung zu finden ist schwierig", gesteht Finkemeyer. Aber es müsse verhindert werden, dass lose Teile herunterfallen. Das Problem liege nicht an der Oberfläche der Steine, sondern im Inneren. Auch die kommende Sanierung wird wohl keine Dauerlösung sein, so Detlef Abel. " Kann sein, dass schon nach sieben bis zehn Jahren wieder Schäden auftreten." Dafür seien die Schilfsandsteine eben zu witterungsanfällig.
Die Zeit drängt inzwischen, mit der Restaurierung zu beginnen. Seit 1998 kommt es laut Finkemeyer zu Abschalungen am Mauerwerk, lose Teile fallen herunter. Deshalb wurde schon vor einem Jahr ein grünes Netz an der Seite des Turms angebracht, die an das Hauptschiff grenzt und daher schwer erreichbar ist. Dieses Netz soll die Besucher des Wochenmarktes rund um die Katharinenkirche vor herabfallenden Gesteinsbrocken schützen.
Sobald die Finanzierung steht, werden die Arbeiten beginnen. Beinträchtigungen für Kirchenbesucher, so verspricht Bauleiter Finkemeyer, werde es in der Bauphase nicht geben.

Bildtext: Studienort Turmmauer: Auf Versuchsflächen an der Katharinenkirche wird von Ralf Finkemeyer derzeit untersucht, wie das schadhafte Mauerwerk am besten restauriert werden kann. Foto: Thomas Osterfeld
Autor:
tomb


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