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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wie leben die Schattenmenschen?
Zwischenüberschrift:
Verstecktes Dasein: Ausstellung zeigt Probleme illegaler Einwanderer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Was manchem lästig erscheint, wäre für sie ein " wohltuender Handgriff", sagt Pfarrer Frieder Marahrens in seiner Begrüßung. Gemeint ist das Vorzeigen der Papiere. Schätzungsweise eine Million Menschen leben illegal in Deutschland. Auf ihre Situation macht nun die Ausstellung " Leben im Verborgenen" im Forum am Dom aufmerksam.
17 Beispiele fasst die Ausstellung zusammen, mit denen die " überfällige öffentliche Diskussion" angestoßen werden soll, so Franz Loth, Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück. Die Besucher bekommen nicht nur anhand der Texte auf den Bildtafeln einen Eindruck vom Alltag der " Schattenmenschen". Per Kopfhörer können sie auch den Originalaussagen der Betroffenen lauschen.
" Wäre ich legal hier, hätte ich mein Kind nicht verloren", sagt die 35-jährige Mathilde aus Kamerun. Aus Angst vor den Behörden und einer Abschiebung nahm sie nicht die nötige ärztliche Versorgung in Anspruch und erlitt daher eine Fehlgeburt. Die 81-jährige Alina aus Kirgistan fragt sich unterdessen, ob sie " als Illegale" überhaupt ein Begräbnis in Deutschland bekommt.
" Die Menschenrechte haben Vorrang vor den Ordnungsrechten", sagt Dr. Christoph Dahling-Sander, der das Projekt als Referent der Arbeitsstelle Islam und Migration der Evangelisch-lutherischen Landeskirche konzipierte. Es sind insgesamt acht Punkte, die Caritas, Diakonie und Kirche für eine bessere Lebenssituation der Betroffenen fordern. Dazu gehören Seelsorge und Beratung, Kindergarten- und Schulbesuch für die Kinder, medizinische Versorgung und auch materielle Nothilfe.
Viele der Menschen seien nicht illegal über die Grenze gekommen, dann aber nicht ausgereist und nun von Abschiebung bedroht, erläutert Dahling-Sander. In Deutschland gebe es nun die besondere Situation, dass die Betroffenen nicht nur " ungebetene Gäste" seien, sondern auch strafrechtlich verfolgt würden. So seien Schulleiter, Standesämter oder Krankenhäuser dazu verpflichtet, die Betroffenen bei der Ausländerbehörde zu melden. Auch Menschen, die ihnen helfen, könnten sich strafbar machen, verdeutlicht der Referent die rechtliche Situation.
Die Wanderausstellung, die bereits in Hannover gezeigt wurde und voraussichtlich an zehn Stationen in Niedersachsen haltmacht, ist noch bis zum 16. November im Forum am Dom zu sehen. Sie ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Federführend für ihren Halt in Osnabrück ist das ökumenische Trägerbündnis, bestehend aus Solwodi Osnabrück, dem Verein Exil Osnabrück, dem Netzwerk " Asyl in der Kirche" und dem Caritasverband für die Diözese Osnabrück.

Bildtext: Leben im Verborgenen: Frieder Marahrens, Dr. Christoph Dahling-Sander, Magret Pues, Dr. Gerrit Schulte und Franz Loth machen auf die Menschenrechte aufmerksam. Foto: Egmont Seiler
Autor:
hmd


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