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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Nur ein Stück ist erhalten
Zwischenüberschrift:
Der kurze Traum von einer Osnabrücker Porzellanmarke
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. In den Jahren 1726 bis 1728 versuchte Bischof Ernst August II. in Osnabrück eine eigene " Porzelain-Fabrique" zu errichten. Tatsächlich handelte es sich eher um eine Fayencemanufaktur, die Teil der Wirtschaftspolitik des in Osnabrück residierenden Fürsten war.
Von Thorsten Heese
Osnabrück. Der Regent des kleinen Ländchens hatte hochfliegende Pläne: Die Produktion sollte zunächst in der Nähe des Hauses des Hofgärtners Böhme erfolgen. Bald wurde ein Standort vor der Stadt auf dem Krassenstein (heute Westerberg) bevorzugt. Tatsächlich wurde die Fabrik zwischen dem Schloss und der Martinspforte eingerichtet.
Der Hanauer Fayencemaler Johann Helferich Auer wurde zum Direktor berufen und übersiedelte Ende März 1727 mit einem Maler, einem Brenner und einem Dreher nach Osnabrück. Ihnen gelang es zwar, aus der bei Fürstenau gefundenen Tonerde einzelne Fayencen zu produzieren, jedoch starb Auer bereits im März 1728. Ernst Augusts Versuche, die Fabrik dennoch dauerhaft zu etablieren, scheiterten am eigenen Tod.
Tonerde nicht gut genug
Zudem reichte nach dem Urteil des Delfter Porzellanmeisters Ary van der Yacht die Qualität der verwendeten Tonerde nicht aus. Von der Produktion ist bislang nur ein einziges signiertes Stück erhalten: Das datierte Schreibzeug von 1727 belegt immerhin die Existenz der Osnabrücker " porcelan-fabrique".
Mit der Epoche Ernst Augusts blieb den Osnabrückern auch der kurze Traum vom eigenen Porzellan in guter Erinnerung. In einer Festansprache am 16. August 1769 anlässlich des sechsten Geburtstages des künftigen Regenten Friedrich von York lobte Johann Franz Wagner, Rektor des Ratsgymnasiums und " Doktor der Weltweisheit", rückblickend noch einmal die gute Regentschaft Ernst Augusts II.: " Nun entstanden Steinbrüche, Silber- und Marmorgruben; man errichtete Glashütten; man grub Kohlen, dies kostbare Produkt, daß uns im kältesten Winter weder den Mangel noch die Theurung des Holzes sonderlich fühlen läßt."
Neben dem Salzwerk in Rothenfelde (1725) wurden " verschiedene Fabriken, nebst einer Maulbeerplantage" angelegt. Ein Wochenmarkt sollte eingerichtet, Seide und Tabak angebaut werden. Nicht vergessen waren auch die " Anstalten zu einer Porzellainfabrik".
Bessere Zeiten
Alles zusammen sollte " die Menge der Arbeiter vermehren" und " wohlfeile Zeiten ins Land bringen", hob Wagner hervor. Das Loblied richtete sich an den künftigen Regenten, der in Ernst August " ein so nachahmungswürdiges Bild eines wahren Vater des Landes" finden sollte.
Ausstellung: Bis zum
9. November präsentiert das Kulturgeschichtliche Museum am Heger-Tor-Wall die Ausstellung " Arabesque ein fürstliches Tafelservice". Das Porzellanservice gehörte einst dem Osnabrücker Bischof Herzog Friedrich von York (1763 bis 1827).

Bildtext: Osnabrücker Porzellan: Nur das Schreibzeug von Johann Helferich Auer von 1727 ist erhalten. Zu sehen ist es im Kulturgeschichtlichen Museum.
Autor:
Thorsten Heese


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