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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Heim kriegt was aufs Dach
Zwischenüberschrift:
Im Heywinkelhaus entsteht eine einzigartige Station für Demente
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mit Blicken, Berührung, Musik und Gerüchen könne " die Schallmauer der Demenz" durchbrochen werden. Das sagte gestern Dr. Sigrid Pees-Ulsmann beim Richtfest für den Aufbau auf dem Heywinkelhaus.
Das Alten- und Pflegeheim bekommt eine bisher einzigartige Station für bettlägerige, schwer demente Menschen. " Beschütztes Wohnen" heißt der Bereich, um den das Haus aufgestockt wird. Damit wird das Flachdach saniert, das Haus neu gedämmt und die meisten der noch zehn Doppelzimmer abgeschafft.
Herzstück des Aufbaus sind aber die acht Einzelzimmer mit Bad, deren Bewohner sich ein Wohnzimmer mit Teeküche teilen. Tief gezogene Fenster sollen den Bettlägerigen einen weiten Blick ermöglichen. Die dazugehörige Loggia wird so groß, dass auch Betten darauf geschoben werden können. Mit Musik, vertrauten Küchengerüchen und Licht sollen die Sinne der Dementen angeregt werden.
Bettlägerige Demente führen bisher ein Schattendasein, sagte Heimleiter Eckhard Kallert: " Sie leben neben der Gemeinschaft." Das " Beschützte Wohnen" lasse sie an der Gemeinschaft teilnehmen. Die Idee dazu hatte Pflegedienstleiterin Monika Stuckenborg. Ihr selbst entworfenes Konzept werde bundesweit von Fachleuten unterstützt, sagte Kallert.
Auch Ministerpräsident Christian Wulff sei bei einem Besuch im Haus von dem Konzept " tief beeindruckt" gewesen, berichtete Gert Reimer, Vorsitzender der Julius-Heywinkel-Stiftung. Doch obwohl sich die örtlichen Landtagsabgeordneten aller Parteien für dem Aufbau starkgemacht hätten, sei das öffentliche Portemonnaie geschlossen geblieben. Der erhoffte Landeszuschuss blieb aus. Unterstützung gab es vom Diakonischen Werk, der Klosterkammer, der Sparkassenstiftung Altenhilfe, der Stiftung Stahlwerk GMHütte und der Adda-Heywinkel-Stiftung. 600 000 Euro des insgesamt eine Million teuren Aufbaus trägt das Haus.
Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler lobte in ihrem Grußwort das " Beschützte Wohnen" als mutigen Schritt in der Versorgung schwer dementer Menschen. Sigrid Pees-Ulsmann wünscht sich, dass weitere Alteneinrichtungen diese Idee aufgreifen. Sie sprach nicht nur als Vorsitzende der Trägergemeinde St. Marien, sondern auch als langjährige Hausärztin des Heywinkelhauses. In einer " würdigen und anregenden Umgebung" seien auch schwer Demente zu erreichen.

Bildtext: Über dem alten Flachdach wurde der Richtkranz aufgezogen. Sigrid Pees-Ulsmann, Gert Reimer, Karin Jabs-Kiesler und Eckhard Kallert (von links) freuen sich über die Verwirklichung der neuen Betreuungsform. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Ulrike Schmidt


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