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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zähne aus dem Gold der Synagoge
Zwischenüberschrift:
Volker Issmers neuer Roman
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig. " Die Figuren sind erfunden", betont Volker Issmer, wenn er gefragt wird, ob er in seinem Roman " Zahngold" über sich selbst schreibe. An ein wahres Ereignis knüpft er aber tatsächlich an.
Issmer erzählt von der Begegnung zweier Männer. Der eine, Siegfried, ist Sohn eines NS-Funktionärs. Der andere, Aaron, der einzige Überlebende einer jüdischen Familie, die Opfer des Holocaust wurde. Siegfrieds Vater hat sich aus dem Gold, das er bei der Plünderung und Zerstörung einer Synagoge in der Pogromnacht mitgenommen hatte, Zähne machen lassen. Das Gold stammt von Aarons Vater. Er hatte es für den Altar der Synagoge gespendet.
Jahrzehnte später verlangt Aaron dieses Gold von Siegfried zurück. Doch Siegfrieds Vater ist längst tot. Um an das Gold zu kommen, müsste er exhumiert werden. Die Forderung stürzt Siegfried in eine Krise, in der er sich mit dem schwierigen Verhältnis zu seinem Nazi-Vater auseinandersetzen muss. Er selbst ist ein Alt-68er, der nun entdeckt, dass er unbewusst Vorurteile gegen Juden von seinem Vater übernommen hat.
Ganz fremd ist Volker Issmer das alles nicht. Er selbst hat sich zwar intensiv mit Zwangsarbeit und Nationalsozialismus befasst und dafür den Marion-Samuel-Preis der Stiftung Erinnerung und die Ehrengabe der Stadt Georgsmarienhütte bekommen. Doch auch sein Vater war NS-Funktionär. Der hat sich allerdings kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt und seine Memoiren geschrieben.
Aus diesen Lebenserinnerungen stammt die Geschichte mit den Goldzähnen. Issmers Vater schildert die Begegnung mit einem SS-Offizier, der Gold aus einer Synagoge zu Zähnen umarbeiten ließ. Das hat er zum Auslöser für die ansonsten frei erfundene Geschichte gemacht.
Herausgekommen ist eine komplexe Geschichte von Schuld und Sühne. Auf die Idee gekommen ist Issmer durch die Forschungen von Dan Baron, der Kinder von NS-Tätern und - Opfern zusammengebracht hat. Das passiert auch in " Zahngold". Am Ende kommen sich Aaron und Siegfried näher. So darf das Buch als ein Plädoyer für die Versöhnung verstanden werden. Es ist Volker Issmer hoch anzurechnen, dass er sich an das Thema herangewagt hat. Ihn selbst, gesteht er übrigens, habe das Schreiben des Romans sehr erleichtert. Vielleicht geht es ja dem ein oder anderen Leser auch so.
Lesung aus " Zahngold"
Sonntag, 15 Uhr, liest Volker Issmer in der Gedenkstätte Augustaschacht in Hasbergen aus seinem Roman. Das Buch ist im Geest-Verlag erschienen und kostet 12 Euro.

Bildtext: Volker Issmer liest am Sonntag aus seinem Roman " Zahngold".


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